Mitte Juni kam es in Gipf-Oberfrick zum Paukenschlag: Vier der fünf Schulpflegemitglieder erklärten, dass sie doch nicht für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung stehen. Hintergrund für den Verzicht auf eine Wiederwahl ist die Frage des Erhalts der regionalen Oberstufe. Gemeinderat und Schulpflege hatten an der Gemeindeversammlung den Antrag gestellt, diese mit Frick zusammenzulegen. Der Souverän folgte jedoch in aller Deutlichkeit den Argumenten der IG «Pro Oberstufe Gipf-Oberfrick», die während mehr als zwei Jahren an vorderster Front gegen die Zusammenlegung gekämpft hatte und lehnte den Zusammenschluss ab.

«Den Ball aufgenommen»

Das Schulpflege-Amt sei eng mit Vertrauen verbunden, teilten die abtretenden Monica Consoni, Nadine Brauchli Weiss, Sara Ferrara und Adrienne Frei-Suter damals mit. «Es ist naheliegend, dass dieses aufgrund der Haltung der Schulpflege in der Oberstufen-Frage nicht mehr vorhanden ist.»

Für viele im Dorf war seither klar: «Nun ist die IG in der Pflicht.» Auch Gemeindeammann Regine Leutwyler sagte Mitte Juli zur AZ, sie erwarte, dass die IG nun Kandidaten für die Schulpflege stelle. Zwar betont Ignaz Heim von der IG «Pro Oberstufe Gipf-Oberfrick», dass die IG «keinen Konflikt mit der Schulpflege» gehabt habe und auch jetzt mit ihr zusammenarbeite. Er sagt aber auch: «Wir haben den Ball aufgenommen.»

Und die Pflicht nun – mit etwas Verspätung – erfüllt. Während der Meldefristen portierte die IG mit Rainer Kunz zwar nur einen Kandidaten. Kunz und der verbleibende Schulpfleger David Schmid wurden in der Zwischenzeit in stiller Wahl gewählt. Da für die drei verbleibenden freien Sitze keine Kandidaturen eingingen, findet am 24. September dennoch der erste Wahlgang statt. Und nun, gut zwei Wochen vor der Wahl, wurde die IG doch noch fündig.

Wie Ignaz Heim sagt, stellen sich mit Roswitha Camerin-Vagnoni, Claudia Hettich-Theweleit und Nicole Kuser drei Kandidatinnen zur Wahl. Heim ist sich bewusst, dass die Kandidaturen kurzfristig kommen. «Die Zeit ist knapp. Die Stimmberechtigten haben die Wahlunterlagen bereits zu Hause und mit Wählen begonnen», sagt er. «Wir werden die Kandidatinnen nun per Mail und mit Flyern bekannt machen.»

Über 50 Personen angefragt

Es sei nicht früher möglich gewesen, die Kandidatinnen zu präsentieren, so Heim weiter. «Das vierköpfige Kernteam der IG hat über 50 Personen angefragt.» Viele potenzielle Kandidaten hätten zwar Interesse gezeigt, aber schliesslich aus zeitlichen Gründen oder wegen anderer Prioritäten abgesagt. «Nach weiteren Gesprächen freuen wir uns nun, dass wir drei geeignete Kandidatinnen präsentieren können», so Heim, «und damit eine Vollbesetzung wieder möglich machen.»

Heisst das nun auch, dass die Schulpflege – sollten die drei Kandidatinnen die Wahl am 24. September schaffen – künftig IG-treu handelt? «Man kann davon ausgehen, dass die Kandidatinnen punkto Oberstufe unser Anliegen teilen», sagt Heim. Die IG habe jedoch «keine Gesinnungsprüfung» durchgeführt.