Schon als 11-Jähriger begeisterte sich der Laufenburger Willi Schoder für das Malen – und das ist bis heute so geblieben. Bei einem Erholungsaufenthalt in den Bergen damals schaute er zu, wie mit Pinsel und Farben wunderschöne Landschaftsbilder entstanden. Das wollte er unbedingt auch selbst machen. Wenig später baute ihm sein Vater eine Staffelei, hielt den Bub jedoch ebenfalls dazu an, einen «richtigen Beruf» zu erlernen, mit dem er sein Brot verdienen konnte.

Schoder besuchte das Lehrerseminar in Wettingen, arbeitete ab 1950 an der Gesamtschule in Hottwil, war dort auch Chor-und Theaterleiter. Zwei Jahre später nahm er sich eine kleine Auszeit, ging nach Paris zu dem bekannten Kunstmaler André Lhote. Ab 1955 dann war er tätig als Zeichenlehrer an der Bezirksschule Laufenburg, insgesamt 40 Jahre lang. Ein Teilpensum im Beruf ermöglichte ihm, immer auch seiner künstlerischen Leidenschaft nachzugehen.

Er absolvierte die Kunstgewerbeschule Basel, bildete sich stets weiter, war als Jugendlicher beeinflusst von Vincent van Gogh und dem Schweizer Künstler Ferdinand Hodler. Schoder setzte sich nachhaltig auseinander mit dem Gesehenen, komponierte daraus ganz eigene Eindrücke auf die Leinewand, gab ihnen im Zusammenspiel kräftiger und lieblicher Farben eine besondere Balance.

«Ich singe Arien der Erde»

Seine Philosophie damals wie heute: «Ich singe nicht Choräle zum Lobe Gottes, ich singe Arien der Erde, expressiv dynamisch oder expressiv statisch. Ich taste gelassen, hastig, zart und grob. Ich gehe weg von einem Stil, wenn darunter formal inhaltliche Beschränkung zu verstehen ist. Mein Stil ergibt sich aus der Eigenart meines Menschseins: rhythmisch, farbig, ausdrucksstark, Grenzfälle anstrebend.»

Bei Spaziergängen in seiner Laufenburger Heimat oder bei Ferienaufenthalten im Süden entstanden in der Natur herrlich zarte Landschaftsaquarelle, im Atelier widmete sich Schoder seinen ungegenständlichen, geometrischen Bildern: Linien, Flächen, Kreise, Punkte mit warmen oder kalten Farben in ein wunderbares Zusammenspiel von Licht und Schatten gebracht. Seine Farbkompositionen haben eine Melodie. Faszinierend fand er auch das Ungewohnte, ebenso liess er sich von der Weltpolitik inspirieren. Erst nach seiner Pensionierung widmete sich der heute 86-Jährige ganz der Malerei.

Derzeit ist ein Querschnitt seines Schaffens über mehrere Jahrzehnte hinweg im Kornhauskeller Frick zu sehen.