Gesamterneuerungswahlen
"Ich kämpfe nicht gegen jemanden": SVP nimmt den nächsten Anlauf

Vor knapp zwei Jahren wurde in Stein das Projekt «Generationenwechsel» eingeläutet. Während der Amtsperiode traten zwei langjährige Gemeinderäte zurück. Jetzt treten bei den Gesamterneuerungswahlen vier Bisherige und zwei Neue an.

Marc Fischer
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Hans Rudolf Schlatter (links) stellt sich für die SVP zur Wahl. Serge Güntert möchte für die FDP in den Gemeinderat.

Hans Rudolf Schlatter (links) stellt sich für die SVP zur Wahl. Serge Güntert möchte für die FDP in den Gemeinderat.

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2015 verliess zunächst Werner Schneider (FDP) das Gremium und später auch Hansjörg Güntert (SP). In den beiden Ersatzwahlen wurden Beat Käser (FDP) und Anita Porriciello (SP) in den Gemeinderat gewählt. Auffällig dabei: Auch die SVP schickte beide Male einen Kandidaten ins Rennen, scheiterte aber jeweils.

Bei den Gesamterneuerungswahlen vom 24. September geht der Generationenwechsel nun weiter. Nach 28 Jahren im Gemeinderat – davon 24 als Ammann – stellt sich Hansueli Bühler (FDP) nicht mehr zur Wiederwahl.

Die 2016 gewählten Käser und Porriciello sowie die langjährigen CVP-Gemeinderäte Bernadette Ankli und Walter Zumstein treten wieder an. Dazu gesellen sich zwei neue Kandidaten. Die FDP versucht, mit dem 42-jährigen Serge Güntert ihren zweiten Sitz zu halten, die SVP möchte mit dem 51-jährigen Hans Rudolf Schlatter erstmals überhaupt den Einzug in den Gemeinderat schaffen.

«Es wird neu gewürfelt»

«Unsere Kandidatur richtet sich nicht gegen jemanden», betont SVP-Ortsparteipräsident Kurt Hofmann, «aber wir möchten im Gemeinderat vertreten sein.» Dies sei wichtig für die Partei, um frühzeitig über laufende Projekte informiert und damit «am Puls der Zeit» zu sein, so Hofmann. Die beiden Niederlagen in den Ersatzwahlen nimmt er nicht als schlechtes Zeichen. «Anscheinend haben die Wähler der drei anderen Parteien sich gegenseitig unterstützt», sagt er, «bei einer Gesamterneuerungswahl wird aber komplett neu gewürfelt.»

Vielmehr verweist er darauf, dass die SVP aufgrund des Wähleranteils bei Grossratswahlen und der Abstimmungserfolge «im Rat vertreten sein sollte». Tatsächlich erhielt die SVP sowohl 2012 als auch 2016 bei den Grossratswahlen in Stein deutlich am meisten Parteistimmen und entschied jüngst die Referendumsabstimmung zum alten Zollhaus für sich.

FDP-Parteipräsident Werner Schneider dagegen sagt: «Wir hatten über Jahre hinweg zwei Vertreter im Gemeinderat und möchten diese Konstanz beibehalten.» Die SVP-Kandidatur empfindet er nicht als Angriff. «Es ist gut, wenn die Bevölkerung eine Auswahl hat.» Die FDP werde ihren Mitgliedern empfehlen, die beiden eigenen Kandidaten zu wählen, so Schneider. Eine Vereinbarung mit anderen Parteien gebe es nicht. Auch Hofmann sagt, die SVP gebe neben dem eigenen Kandidaten keine Wahlempfehlung ab.

Potenzial am Rheinufer

Die beiden neuen Kandidaten betonen ihre Verwurzelung im Dorf, wo sie aufgewachsen sind. Schlatter spricht von «Verbundenheit» zu Stein und davon, dass die Bürger «eine Auswahl verdient» hätten. «Ich kämpfe nicht gegen jemanden.» Güntert seinerseits sieht jetzt den richtigen Zeitpunkt, «um meine Erfahrungen für die Allgemeinheit einzubringen».

Und wo würden die Kandidaten bei einer Wahl ihre Schwerpunkte setzen? «Das ist auch ressortabhängig», sagt Güntert. «Aber ich würde mich sicherlich dafür einsetzen, dass die Lebensqualität für die Bevölkerung steigt.» Die Umgestaltung des Rheinuferwegs als Naherholungsmöglichkeit sei dafür ein wichtiges Projekt. «Wir haben schon einen guten Standard, nun können wir die Feinheiten angehen.»

Auch Schlatter sieht am Rheinufer Entwicklungspotenzial. Etwa mit einer Bootsanlegestelle oder einer Ausstiegsmöglichkeit für Schwimmer. «Und ich würde versuchen, gemeinsam mit Schule und Vereinen, eine Dreifach-Turnhalle zu realisieren.» Wichtig sei ihm zudem, «dass das Gremium funktioniert und man zusammen Lösungen findet».