Laufenburg (D)
«Ich habe mein Kind umgebracht, kommen Sie schnell» – Vater drohen 15 Jahre Gefängnis

Ein Vater in Laufenburg warf sein zehn Wochen altes Kind gegen den Schrank, weil es nicht mehr aufhören wollte zu weinen. Nun steht der 36-Jährige wegen Kindstötung vor Gericht.

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«Ich habe mein Kind umgebracht, kommen Sie schnell»: Diese Worte sorgten für grosse Stille im Gerichtssaal von Waldshut-Tiengen, mitunter auch für Tränen, wie «Tele M1» berichtet.

Es waren die Worte des Vaters aus Laufenburg an den Notruf, nachdem der vergangene Weihnachten sein eigenes Kind getötet hatte, als es nicht mehr aufhörte zu weinen. Fünf Minuten dauerte das emotionale Gespräch zwischen ihm und der Polizei, welches beim Prozessauftakt abgespielt wurde.

Vor Gericht sagte der Täter aus, er wisse nicht, wieso er damals ausgerastet sei. Nach eigenen Angaben konsumierte der Vater vor der Tat allerdings das Drogenersatzmittel Methadon.

Das Drama ereignete sich am ersten Weihnachtsfeiertag, als die Mutter des Kindes infolge der Entzugserscheinungen des Vaters Nachschub besorgen will und den kleinen Jeremy deswegen mit ihm allein lässt.

Als das Baby nicht mehr aufhört zu schreien, verliert der 36-Jährige kurz die Kontrolle, wirft sein schreiendes Kind mehrmals gegen einen Schrank und bricht ihm so zweimal den Schädel und die Wirbelsäure. Der zehn Wochen alte Jeremy stirbt.

«Es ist eine Tat, die einen tief betroffen macht», sagt der Oberstaatsanwalt Christian Lorenz. Auch die Gotte des getöteten Babys, die in der Nähe der betroffenen Familie wohnt, kann die Reaktion des Vaters nicht verstehen: «Er hätte nur zu mir kommen und nach Hilfe fragen müssen. Dann wäre diese grausame Tat nicht passiert.»

Die Staatsanwaltschaft hat den 36-jährigen Täter wegen Totschlag angeklagt. Da dieser wegen Körperverletzung bereits vorbestraft ist, drohen ihm nun bis zu 15 Jahre Gefängnis. In einer Woche wird das Landsgericht Waldshut-Tiengen das Urteil fällen.

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