Wahlen AG 2020

«Ich bin überwältigt» – der Grossratssitz bleibt in der Familie Suter

Freuen sich: Der neugewählte Emanuel Suter (Mitte) mit seiner Schwester Tanja Primault-Suter und Christoph Riner.

Freuen sich: Der neugewählte Emanuel Suter (Mitte) mit seiner Schwester Tanja Primault-Suter und Christoph Riner.

Emanuel Suter folgt für die SVP auf seine Schwester Tanja Primault-Suter. Der 35-jährige Anwalt setzte sich in einem Hitchcock-Finale durch. Politisch ist er nach eigenen Angaben ein Quereinsteiger.

Neu gewählt Man hört Emanuel Suter die Freude an: «Ich bin überwältigt, dass ich gewählt wurde», sagt der 35-Jährige am Sonntag am Telefon. «Damit hätte ich nie gerechnet.» Dies deshalb, weil er von Listenplatz sieben aus gestartet ist – und alle vor ihm, bis auf Christoph Riner, überholt hat. Letztlich wurde es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen ihm und Alex Reimann, der mit 2255 Stimmen nur gerade zwei Stimmen weniger als Suter erzielte.

Es sei sicher von Vorteil gewesen, dass er in einer wählerstarken Gemeinde, Gipf-Oberfrick, wohne, analysiert Suter seinen Wahlerfolg. Dazu beigetragen hat sicher auch, dass er in Frick als Anwalt arbeitet und in Wölflinswil im Turnverein ist.

Sie machte den Weg frei für ihren Bruder

Für Christoph Riner, Bezirksparteipräsident und glanzvoll wiedergewählter Grossrat, sind der Erfolg von Suter und die engen Resultate auch «der beste Beweis dafür, dass wir mit einer überaus starken Liste angetreten sind». Er wagte denn auch im Vorfeld keine Prognose, wer als Sieger bei der SVP einläuft. «Alle haben das Potenzial dazu.»

Speziell an der Wahl von Emanuel Suter ist auch, dass damit der Sitz in der Familie bleibt. Derzeit hält den zweiten SVP-Sitz Suters Schwester, Tanja Primault-­Suter. Sie tritt auf Ende der Legislatur zurück und machte den Weg so letztlich frei für ihren Bruder. «Wir haben in der Familie ein extrem gutes Verhältnis», sagt Emanuel Suter, der sicher sein kann: Seine Schwester wird ihm den einen oder anderen nützlichen Tipp auf seinem politischen Weg geben. Emanuel Suter lacht. «Tanja hat mir schon gesagt, sie werde mir einen Ordner übergeben.»

Quereinsteiger, dem ländliche Regionen am Herzen liegen

Politisch ist Suter «ein Quereinsteiger», wie er sagt. Bislang hatte er noch keine Ämter inne und politisierte hauptsächlich auf kommunaler Ebene, indem er sich an den Gemeindeversammlungen beteiligte und sich im Referendumskomitee gegen Tempo 30 engagierte. Er habe lange auch nicht aktiv in die Politik einsteigen wollen, erzählt Suter der AZ. Es habe aber Vorfälle gegeben – Suter nennt die «Nichtumsetzung der Masseneinwanderungsinitiative» als Beispiel –, die ihn bewogen haben, aktiv zu werden. «Nur wer aktiv ist, kann etwas verändern.»

Einsetzen will sich Suter «für meine Grundhaltungen», wie er sagt. Ein Thema, das ihm besonders wichtig ist, ist der Strukturerhalt der ländlichen Regionen.

Gewählte Grossräte im Bezirk Laufenburg 2020:

Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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