Fricktal

Hundstage retten den Fricktaler Badisommer nicht

Wie im Schwimmbad Rheinfelden sah es im Juli in vielen Badis aus: Die Besucher fehlten.  COB

Wie im Schwimmbad Rheinfelden sah es im Juli in vielen Badis aus: Die Besucher fehlten. COB

Für die ausbleibenden Badegäste in den Fricktaler Badis im Juli ist das Wetter verantwortlich – und der PC, der Kinder zu Hause beschäftigt.

Meteo Schweiz sagt es deutlich: «Der Juli war trüb, nass und kühl.» Es sei der kühlste Juli seit dem Jahr 2000 gewesen. Mittlerweile ist zwar August und die Temperaturen sollen am Wochenende auf über 30 Grad klettern, aber den Badis im Fricktal fehlen dennoch die Eintritte vom nasskalten Juli.

«Wir hoffen, dass der Sommer jetzt noch nicht vorbei ist», sagt Willy Vogt, Geschäftsführer vom Schwimmbad KuBa in Rheinfelden. Falls es in den nächsten Tagen tatsächlich so warm werden sollte, wie der Wetterbericht vorhersagt, könne er an einem guten Tag rund 1400 Eintritte verkaufen. Und diese seien nötig. «Wir hatten bisher 29000 Besucher, das ist weit unter dem Durchschnitt.» In einem guten Sommer seien es 50000.

Weniger Besucher nach den Ferien

Ein weiterer Negativpunkt: Die Sommerferien sind vorbei. «Nach den Sommerferien verhalten sich die Besucher anders», sagt Vogt. Sie können dann nicht mehr den ganzen Tag in die Badi kommen, sondern würden eher am Abend kommen, falls überhaupt. Die fehlenden Eintritte haben auch einen Einfluss auf zukünftige Investitionen. «Weniger Einnahmen bedeutet weniger Geld für Renovationen», so Vogt.

Ähnlich geht es Patrick Peter, Geschäftsführer des Schwimmbads Bachtalen in Möhlin. Auch ihm fehlen einige tausend Eintritte. Er hatte bisher 35000 Besucher und hofft, dass in den nächsten Tagen noch einige tausend dazukommen. «Einen guten Sommer mit bis zu 60000 verkauften Eintritten werden wir aber dieses Jahr nicht mehr erreichen», so Peter. Er sieht jedoch den Grund dafür nicht alleine im trüben Juli.

«Die Zahlen, die wir früher hatten, erreichen wir heute auch in einem guten Sommer nicht mehr», sagt Peter. Viele Kinder würden zu Hause bleiben und vor dem Computer sitzen. Zudem kamen sie früher mit den Eltern oder den Grosseltern, was viele Eintritte generierte. Heute würden die Kinder oft alleine kommen. «Die Eltern vernachlässigen ihre Aufsichtspflicht und die Kinder sind dann alleine in der Badi», so Peter.

In die Badi wird immer investiert

Gemäss Peter haben aber die schwindenden Besucherzahlen keinen negativen Einfluss auf den Zustand der Badi. «In eine Badi wird immer investiert, auch wenn es ein schlechter Sommer ist», so Peter.

Diese Ansicht teilt auch Paul Gürtler, Betriebsleiter des Schwimmbads Vitamare in Frick: «Dem Gemeinderat ist klar, dass ein Freibad wetterabhängig ist und es in schlechten Jahren rückwärts macht.»

Vom trüben Juli lässt sich Gürtler jedoch nicht den Mut nehmen. «Der Sommer ist ja noch nicht vorbei», sagt er. Die Saison sei erst Mitte September fertig und wenn es in den nächsten Tagen noch viel Sonne gäbe, sei dies plötzlich ein ganz durchschnittlicher Sommer.

Im Ende der Sommerferien sieht er gar etwas Positives: «Das Gute ist ja, dass die Leute jetzt wieder in der Schweiz sind und die Wochenenden in der Badi verbringen können.» Und sollte es entgegen den Wettervorhersagen trotzdem in den nächsten Wochen kühl und nass werden, lässt sich Gürtler dennoch nicht entmutigen: «Ich kann das Wetter eh nicht beeinflussen.»

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