Bevölkerung gefragt
Hunde rissen in Gipf-Oberfrick im letzten Jahr fünf Rehe - der örtliche Jagdaufseher hofft auf Hinweise

Der örtliche Jagdaufseher Alex Rüfenacht hofft auf die Mithilfe aus der Bevölkerung, um die Fälle aufzuklären.

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Jagdaufseher Alex Rüfenacht hat die Fundstellen der toten Rehe genau verzeichnet. Vier davon liegen am Thiersteinberg.

Jagdaufseher Alex Rüfenacht hat die Fundstellen der toten Rehe genau verzeichnet. Vier davon liegen am Thiersteinberg.

zVg

Alex Rüfenacht ist schon seit 21Jahren Jagdaufseher in Gipf-Oberfrick. Aber eine solche Häufung von durch Hunde gerissenem Rehwild ist ihm in dieser Zeit noch nicht begegnet – gleich fünf tote Tiere im vergangenen Jahr.

Und nicht nur die Häufung der Fälle macht ihm Kopfzerbrechen. Auffallend sei auch, dass die Fundstellen nahe beieinander liegen, alle im Gebiet Thiersteinberg, alle nahe des Chriesiwegs. Lediglich das erste tote Reh, aufgefunden am 2. Februar 2020, weicht mit dem Fundort Geindel von dem Muster ab.

Dass die vier Wildkadaver in einem eng eingrenzbaren Gebiet lagen, lässt für Rüfenacht allein keine Rückschlüsse darauf zu, wer für ihren Tod verantwortlich ist. «Wir tappen da im Moment noch völlig im Dunkeln», sagt der Jagdaufseher.

War es ein Hund? Waren es mehrere? Streunend oder womöglich herrenlos und verwildert? Nicht ausschliessen will Rüfenacht, dass Halter ihre Hunde von der Leine gelassen haben und diese so über die wehrlosen Rehe herfallen konnten. Mitunter werde dann der Riss nicht einmal ihm oder der Polizei gemeldet. Erschwerend kommt hinzu, dass die Tiere mitunter lange im Unterholz liegen, bevor sie Spaziergänger, Jogger, Jäger oder Forstarbeiter auffinden. «Bis zu zehn Tagen waren es bei dem hinter dem Waldhaus am 15. Oktober gefundenen Reh», berichtet der Jagdaufseher.

So seien auch die am Tierkörper genommenen DNA-Proben nicht mehr aussagekräftig. Und: «DNA allein nützt ja nichts, solange der dazugehörige Hund nicht schon registriert ist.» Mitunter hätten sich auch bereits Füchse und Greifvögel an den klaffenden Bisswunden zu schaffen gemacht. Dass andere Raubtiere die fünf im Jahr 2020 getöteten Rehe auf dem Gewissen haben, Luchs oder Wolf, kann Rüfenacht ausschliessen: «Die Spuren sind typisch Hund.»

Jetzt hofft er darauf, dass doch jemand Beobachtungen gemacht hat, die Licht ins Dunkel bringen könnten. Solche ­Personen sollten sich bei ihm melden. Er selbst und die fünf Jagdpächter im Revier von Gipf-­Oberfrick wollen in Zukunft auch wachsamer sein, kündigt Rüfenacht an. (hcw)