Es sei, so erzählte Stadtammann Franco Mazzi, «wohl eines der meistfotografierten Gebäude Rheinfeldens». Wer von Deutschland her über die Rheinbrücke flaniert, wird vom Drei-Sterne-Hotel Schiff am Rhein willkommen geheissen.

Nun soll das ganze Gebäude durch einen Neubau ersetzt werden. «Häuser haben einen Lebenszyklus und benötigen in einem gewissen Intervall Auffrischungen», sagte Chris Leemann, Vizepräsident des Verwaltungsrats der Schützen Rheinfelden Immobilien AG, am Montag an einer Pressekonferenz.

Siegerprojekt ausgewählt

Geplant ist nun aber mehr als eine Auffrischung. «Es gab zwei Möglichkeiten: Entweder wir investieren in eine Renovation und machen das Gebäude für die nächsten 15 Jahre fit. Oder wir legen noch etwas Geld drauf und haben dann einen Neubau», so Leemann. Wobei er deutlich machte: «etwas Geld» – das ist ein grosser Batzen (siehe Kontext).

Die Rahmenbedingungen für das Projekt sind inzwischen definiert. Mehr noch: Stadtrat und Bauherrschaft haben in den vergangenen Monaten unter der Leitung von externen Experten einen Studienauftrag mit Architekturbüros durchgeführt.

Im Wettbewerb durchgesetzt hat sich das Basler Architekturbüro Miller und Maranta. «Ihr Projekt wurde einstimmig zur Weiterbearbeitung empfohlen», sagte Peter Ess, seines Zeichens alt Stadtbaumeister von Zürich und Vorsitzender der Jury. Überzeugt hat das Gremium um Ess, dass sich das Gebäude einerseits in die Altstadt einpasse, andererseits aber eine zeitgemässe Architektur aufweise.

Fremdkörper loswerden

Geplant ist, dass im Erdgeschoss ein Bistro in Richtung Marktgasse und ein Speiserestaurant zum Rhein hin eingerichtet werden. In den Obergeschossen sind Hotel- und Klinikzimmer vorgesehen. Die Bevölkerung kann sich die verschiedenen Vorschläge am 29. Juni in einer öffentlichen Diskussion ansehen.

Mit dem Neubau würden die Schützen AG und die Stadt gleichermassen einen Befreiungsschlag schaffen, heisst es im Bericht zum Studienauftrag. «Erstens könnte das erforderliche Raumprogramm für den Betrieb als zeitgemässes Hotel mit Klinik geschaffen werden. Und zweitens würde der Eingang zur Altstadt architektonisch aufgewertet», erklärte Leemann.

Zeithorizont ist noch offen

Das Hotel Schiff wurde in den 1930er und 1960er Jahren erbaut und in den 1970er Jahren umgestaltet. «Die Rheinfelder haben sich wohl an den Anblick gewöhnt», sagte Ess. «Aber den Wakker-Preis hat die Stadt sicher nicht wegen dem Hotel Schiff bekommen – eher trotz dem Hotel Schiff.» Das Gebäude sei «ein Fremdkörper im Bild der Altstadt», so Ess.

Das soll sich nun ändern. Aus dem Fremdkörper möchten Stadt und Bauherrschaft ein Bijou machen, wie sie an der Pressekonferenz unisono betonten. Einen zeitlichen Horizont haben sich die Verantwortlichen nicht gesteckt. Während des anstehenden Umbaus in der Klinik Schützen werden zwei Abteilungen ins Schiff gezügelt. «Diese Zeit wollen wir für die weitere Planung nutzen», sagte Schützen-CEO Samuel Rom. Die Planungsphase dürfte also noch mehrere Jahre andauern.