Hornussen
Festliche Stimmung und ein wenig Wehmut bei der letzten Gmeind

Die Musikgesellschaft spielte. Es gab ein feines Nachtessen und nicht mehr viel zu entscheiden: Bei der letzten Gemeindeversammlung von Hornussen war vieles anders als sonst. Bevor die Gemeinde zum Jahreswechsel in der Gemeinde Böztal aufgeht, richtete sich der Blick noch einmal zurück. 77 Stimmberechtigte konnten sagen: Wir sind dabei gewesen.

Hans Christof Wagner
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Bei der letzten Gemeindeversammlung von Hornussen wurden auch die Behörden- und Kommissionsmitglieder verdankt und verabschiedet.

Bei der letzten Gemeindeversammlung von Hornussen wurden auch die Behörden- und Kommissionsmitglieder verdankt und verabschiedet.

Hans Christof Wagner (18. November 2021)

Schlange stehen am Eingang der Turnhalle – wann hatte es das bei einer Hornusser Gemeindeversammlung zuletzt gegeben. Nun wollten nicht nur 77 Stimmberechtigte rein. Nein, es mussten auch deren Coronazertifikate überprüft werden. Zumindest von denen, die sich zu dem von der Einwohnergemeinde spendierten Nachtessen angemeldet hatten.

Drin war schon aufgetischt – die Teller in Reih und Glied, die Gläser frisch poliert. Mischsalat, Rindsgeschnetzeltes, Gemüsemix und Spätzli, zum Dessert ein Nugat-Aprikosenparfait mit Kaffee – das stand auf der Menükarte. Die Hornusserinnen und Hornusser wollten sich das gerne schmecken lassen, serviert vom Frauenbund.

Nur noch kleine Traktandenliste abzuarbeiten

Aber zuvor hatten sie eine, wenn auch kleine Traktandenliste abzuarbeiten: Genehmigung des Protokolls der Gemeindeversammlung vom Juni und eine Zusicherung des Gemeindebürgerrechts – beidem stimmten sie zu. Und auch das war wohl eine Dernière: Denn in der Gemeinde Böztal, informierte Vizeammann Guy David, sei geplant, dass der Gemeinderat einbürgere, nicht der Souverän.

David hiess die Jungbürger des Jahrgangs 2003 willkommen und sagte zu ihnen:

«Ihr werdet in Zukunft in der Gemeinde Böztal mitbestimmen und dort eure demokratischen Rechte wahrnehmen. »

Gerne würde er sie auch an der ersten Gmeind der neuen Fusionsgemeinde Böztal begrüssen, sagte David. Diese findet am 4. Dezember statt. Weit haben sie es ja nicht. Denn die Böztaler in spe versammeln sich ja auch wieder in Hornussen – in der Lagerhalle der Gebrüder Herzog.

Tisch biegt sich unter der Last von Geschenkkörben

Und noch eines war neu in einer Hornusser Gemeindeversammlung – mit Geschenkkörben beladene Tische. Und zahlreich waren ja auch die, welche die Präsente entgegennahmen. Um danke für die geleistete Arbeit zu sagen, hatte der Gemeinderat die Behörden- und Kommissionsmitglieder persönlich eingeladen.

David verabschiedete Weibel Hansueli Weber, die Stimmenzähler Jaqueline Herzog, Angeles Senn und Femi Krasniqi, die Finanzkommissionsmitglieder Dania Aebi und René Schweizer, Schulpflegepräsident Robert Brunner sowie Daniel Sommerhalder und Heinz Vogel von der Baukommission.

Prosit Böztal, der Gemeinderat von Hornussen stösst auf die neue Fusionsgemeinde an, von links Guy David, George Winet, Gottfried Herzog, Bruno Brack und Philipp Wirz.

Prosit Böztal, der Gemeinderat von Hornussen stösst auf die neue Fusionsgemeinde an, von links Guy David, George Winet, Gottfried Herzog, Bruno Brack und Philipp Wirz.

Hans Christof Wagner / Aargauer Zeitung

David wird dem Gemeinderat von Böztal angehören, seine Amtskollegen Bruno Brack, Philipp Wirz, Gottfried Herzog und George Winet nicht. David verabschiedete sich von ihnen mit den Worten:

«Auch wenn es viel Zeit bedurfte, haben wir uns freiwillig für das Amt zur Verfügung gestellt. Mit dem Ziel vor Augen, für Hornussen nur das Beste zu wollen.»
Bei der letzten Gemeindeversammlung in Hornussen ging es festlich zu, die Musikgesellschaft spielte.

Bei der letzten Gemeindeversammlung in Hornussen ging es festlich zu, die Musikgesellschaft spielte.

Hans Christof Wagner / Aargauer Zeitung

Doch gleich ob als Weibel, Gemeinderat oder in Kommissionen – davon, dass Menschen ihre Zeit in den Dienst der Allgemeinheit stellen, lebe die Schweizer Demokratie, sagte David. «Eure Lieben zu Hause mussten in dieser Zeit oft auf euch verzichten», unterstrich der Noch-Vizeammann und kündigte an: «Die, denen ich heute nicht persönlich danken kann, weil sie sich für heute Abend entschuldigt haben, bekommen noch Hausbesuche.»

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