Hornussen
Einweihung: Auf dem neuen Barfussweg geht es über Tannenzapfen und Steine

Der Füürwehrverein Hornussen feierte die Einweihung der neuen Attraktion mit zahlreichen Gästen und Besuchern, die sich auch schnell ihrer Schuhe und Strümpfe entledigten. Auch Teile des Gemeinderates waren bei der Eröffnung auf nackten Sohlen unterwegs.

Peter Schütz
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Guy David, Gottfried Herzog und Pius Herzog, von links, testeten am Tag der Eröffnung den neuen Barfussweg.

Guy David, Gottfried Herzog und Pius Herzog, von links, testeten am Tag der Eröffnung den neuen Barfussweg.

Peter Schütz / Aargauer Zeitung

«Es tut gut», sagt Gottfried Herzog. Der Gemeinderat von Hornussen konnte der neuen Attraktion im Dorf – dem Barfussweg – nur Positives abgewinnen. Zusammen mit Vizeammann Guy David liess er kurzerhand die Schuhe stehen und tat, was vor ihm viele andere Hornusser wagten: Mindestens ein Stück der neuen Attraktion begehen – auch wenn es ab und zu pikst. Am Samstag fand nun die Einweihung des Barfusswegs beim Weiher Mülibergwald statt. Gastgeber war der Füürwehrverein Hornussen, der den Weg ehrenamtlich errichtet hat und ihn künftig auch pflegen wird.

«Alles aus einer Hand und an einem Ort»

Die Idee, einen Barfussweg in Hornussen anzulegen, sei vor zwei Jahren entstanden, sagte Pius Herzog, der den Füürwehrverein zusammen mit seinem Sohn Marcel 2016 initiiert hat. Eine der Vorgaben des Vereins war damals, die Dorfkultur zu pflegen – was später mit dem Anlegen von Biotop und Weiher Mülibergwald geschah und jetzt eben in Form des Barfusswegs weitergeführt wurde. «Alles aus einer Hand und an einem Ort», brachte es Pius Herzog am Samstag bei der Einweihung auf den Punkt. Die Idee jedenfalls kam gut an.

Tannenzapfen, Holzschnitzel, Rinde, Steine und Sand

An der Einweihung am Samstag mit Festwirtschaft herrschte ein Kommen und – wortwörtlich ein – Gehen. Es dampfte aus der mobilen Militärfeldküche und es trauten sich immer wieder Kinder, Jugendliche sowie Erwachsene auf den Barfussweg. Dieser ist rund 300 Meter lang, fest gewalzt und besteht aus zwei in je sechs unterschiedlich befüllte Felder – Tannenzapfen, Holzschnitzel, Rinde, grosse und kleine Steine, Sand – eingeteilten Abschnitten. Diese Felder sind mit armdicken Ästen eingerahmt. Damit alles hält, haben die Macher die Umrandungen mit einen halben Meter langen Schrauben befestigt. Der Barfussweg macht also nicht nur einen stabilen Eindruck, er ist auch stabil. Die Gemeinde übernahm die Materialkosten Auch positiv- denn Pius Herzog sagte:

«Wir mussten keinen einzigen Baum fällen. Der Weg passte zwischen den Bäumen hindurch.»

Den Abschluss der Arbeiten, das Befüllen der Felder, führte der Füürwehrverein zusammen mit dem Kindergarten, der ersten und zweiten Klasse der Primarschule durch. Ein Kind malte sogar ein Bild, das nun das Hauptmotiv auf der Tafel eingangs des Weges darstellt. Zur Einweihung kochte der Füürwehrverein Hörnli und Gehacktes, die IG «Zäme in Hornussen» hatte Kaffee und Kuchen dabei. Eine Einweihung ohne Musik ist nur eine halbe Sache, weshalb Regina und Moritz Lenzin auf den Alphörnern spielten.

Gesuch beim Kanton Aargau eingereicht

Als der Füürwehrverein mit der Idee, einen Barfussweg anzulegen, auf die Gemeinde zuging, hatte diese ein offenes Ohr. Da der Weg im Wald liegt, musste beim Kanton Aargau, Abteilung Wald, ein Gesuch eingereicht werden – was die Gemeinde übernahm. Mitte 2021 gab die zuständige Behörde beim Kanton schliesslich grünes Licht und der Füürwehrverein legte los. Klar war: «Wir machen etwas Richtiges oder nichts», so Pius Herzog. Die Gemeinde stellte sich dahinter, indem sie die Materialkosten übernahm. Auch der Jurapark Aargau zeigte sich spendabel.

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