Hornussen
Die lange Nacht der Rückweisungsanträge: Die Gmeind diskutiert über Schulraum – und genehmigt diesen schliesslich

Der Gemeinderat Hornussen ortet mehr Raumbedarf bei Schule und Kindergarten. Schon ab 2022 würde der Kindergarten in zwei Abteilungen geführt und: Auch künftig sei mit höheren Schülerzahlen zu rechnen. Der an der Gmeind beantragte Kredit sorgte für Diskussionen – vor allem um den möglichen Schulstandort.

Peter Schütz
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Ab Sommer 2022 werden in Hornussen zwei Kindergartenabteilungen geführt.

Ab Sommer 2022 werden in Hornussen zwei Kindergartenabteilungen geführt.

Peter Schütz

Die Hornusser Gemeindeversammlung diskutiert bis kurz vor Mitternacht – vor allem über die Schule. Die Gemeindeversammlung in Hornussen am Donnerstag wurde zur langen Nacht der Rückweisungsanträge. Gleich vier davon wurden von den Stimmbürgern gestellt – jedoch von der Mehrheit der anwesenden 72 von 650 Stimmberechtigten abgelehnt. Im Fokus standen die Verpflichtungskredite Sanierung Südhangweg, Sanierung Rebenweg, Sanierung Mülibergweg und Neubau von Schulraum.

Der Antrag des Gemeinderates, die steigenden Kinderzahlen in Hornussen mit der Schaffung von zusätzlichem Schulraum aufzufangen, hatte zuvor denn auch für Gesprächsstoff gesorgt.

Gemeinderat ortet zusätzlichen Raumbedarf

«Der Bedarf an Klassenraum ist gestiegen», erklärte Gemeindeammann George Winet. Ab Sommer 2022 müssten zwei Kindergartenabteilungen geführt werden, sagte er. Bereits im August 2021 werden, so Winet, die dritte und vierte Klasse wegen hoher Schülerzahlen getrennt unterrichtet.

Und der Trend hält möglicherweise an: Durch Corona habe eine Stadtflucht begonnen, was auch Hornussen in Form von Bauanfragen spürt – mit Konsequenzen für Kindergarten und Schule. George Winet:

«Der Druck auf Raumbedarf wird anhalten, wir sind in der Pflicht.»

Eine Lösung aus Sicht des Gemeinderates könnte ein neuer Modulbau sein. Standortvorschläge wurden auch unterbreitet, aber diesbezüglich gingen die Meinungen weit auseinander – bis die Diskussion mit dem Hinweis, es werde über den Kredit von 590'000 Franken, nicht aber über den Standort abgestimmt, gebremst wurde. Der Standort sei Sache des Baugesuchs, dann seien Einsprachen möglich, stellte Winet klar.

Stimmberechtige fühlen sich unter Druck gesetzt

Teile der Bürgerschaft störten sich am Vorgehen des Gemeinderats. Dieser habe laut Winet eineinhalb Jahre lang geplant. «Ich bin geschockt, dass wir erst jetzt informiert werden», sagte ein Bürger dazu. Niklaus Knecht, Finanzkommission, sprach von «Panikmache», um das Traktandum schnell durchzuwinken, und von einem «Schnellschuss».

Gefragt nach einer Kooperation innerhalb der künftigen Gemeinde Böztal, antwortete George Winet: «Die anderen Gemeinden brauchen den Schulraum selber.» Ein Rückweisungsantrag zum Traktandum wurde schliesslich knapp mit 30 zu 34 Stimmen und acht Enthaltungen abgelehnt.

Diskussionen auch um Sanierung

Auch die Sanierungsprojekte der drei Wege Rebenweg, Mülibergweg und Südhangweg nahmen Zeit in Anspruch. Bereits beim ersten Antrag über einen Verpflichtungskredit für die Sanierung des Südhangwegs (60'000 Franken) stellte Dania Aebi, Finanzkommission, den ersten Rückweisungsantrag. Begründung: Es fehle eine «gescheite Investitionsplanung» – was sie auch für die nächsten zwei Anträge ins Feld führte. Votant Lukas Näf hielt dagegen: «Am Südhang stäubt es dermassen, es ist unerträglich.»

Die Sanierung des Rebwegs mit einem Verpflichtungskredit von 100'000 Franken kommentierte Lukas Knecht so: «Es wäre gescheiter, mehr auszugeben, dann hält es.» Antwort von George Winet:

«Eine Unterkofferung ist nicht notwendig, es reicht eine Überteerung. Der Gemeinderat will es kostengünstig und effizient machen, um die Gemeindekasse nicht unnötig zu belasten.»

Der grösste finanzielle Brocken, über den die Versammlung zu beschliessen hatte, war der Verpflichtungskredit über 4,5 Millionen Franken für die Sanierung der Wasserversorgung in den Hochzonen Hinterberg-Egg und Grossberg.

Neues Reservoir kann gebaut werden

Gemeinderat Philipp Wirz berichtete, dass es in den letzten Jahren vermehrt zu Leitungsbrüchen gekommen sei. Vorgesehen sind unter anderem ein neues Reservoir, eine neue Steuerung sowie ein Ersatz für die rund 50 Jahre alten Pumpen. Das Traktandum über den Verpflichtungskredit von 4,5 Millionen Franken für die Wasserversorgung Hochzonen ging ohne Rückweisungsantrag vonstatten und wurde genehmigt.

Auch die übrigen Geschäfte – Rechenschaftsbericht 2020, Rechnung 2020, zwei Einbürgerungen, Kreditabrechnung – wurden einstimmig gutgeheissen. Alle gefassten Beschlüsse unterstehen dem fakultativen Referendum.