Frick möchte seinen Busbahnhof auf die andere Seite des Bahnhofgebäudes verlegen. Dadurch könnte der Busbahnhof vergrössert werden, was wiederum notwendig ist, damit auf der Staffelegg-Linie Gelenkbusse verkehren können. Als Hemmschuh erweist sich dabei ausgerechnet die SBB selber – durch den Holzverlad.

«Wir haben nichts gegen den Holzverlad als solchen», betont Gemeinderat Thomas Stöckli, «aber wir brauchen den Platz. Das Freiverladegleis müsste weg, dann könnten wir weiterplanen.»

In den kommenden Wochen soll ein Masterplan über die rückwärtige Erschliessung des Bahnhofs (vgl. Box) verabschiedet werden, der von der Gemeinde zusammen mit Fachleuten ausgearbeitet worden ist. «Darin steht, dass keine bessere Planung möglich ist, als die Verlegung auf die rechte Seite des Bahnhofsgebäudes», so Stöckli.

SBB: «Ersatz-Areal nötig»

Mit der SBB Cargo, die für den Freiverlad zuständig ist, sei man schon seit längerem im Gespräch. Allerdings stocken die Gespräche, laut Stöckli. Seitens der SBB sind nur wenige Auskünfte erhältlich. Mediensprecher Stephan Wehrle bestätigt auf Anfrage, dass Gespräche im Gang sind. Auch der Kanton sei involviert, so Wehrle.

Er sagt aber auch: «SBB-seitig besteht geringer Handlungsbedarf. Der Freiverlad Frick ist für SBB Cargo ein zentraler Punkt und erschliesst das obere Fricktal und die Nordhänge des Jura. Er wird nicht nur von der Holzbranche genutzt. SBB Cargo benötigt zwingend einen Zugang oder einen geeigneten Areal-Ersatz.»

Pro Jahr werden laut Wehrle rund 500 Wagen verladen. Der grösste Anteil ist Holz. «An wie vielen Tagen der Freiverlad in Betrieb ist, kann nicht genau beziffert werden – der Freiverlad steht dann zur Verfügung, wenn Bedarf besteht», so Wehrle weiter.

Frick sei verkehrsgeografisch ein idealer Standort für den Freiverlad. SBB Cargo sei aber bereit, ökonomisch vertretbare Alternativen zu prüfen. Wie ein Areal-Ersatz oder ökonomisch vertretbare Alternativen aussehen könnten und ob man aktiv danach sucht, wollte der SBB-Sprecher allerdings nicht präzisieren.

«Es geht nicht um einen Konflikt zwischen einem allfälligen Mobilitätshub und dem Freiverlad, sondern um eine gute Lösung für beide Bedürfnisse», so Wehrle weiter. Dies sieht Thomas Stöckli etwas anders. «Wir können den Busbahnhof nur vergrössern, wenn wir auf die andere Seite des Bahnhofsgebäudes ausweichen können.» Der jetzige Platz könnte laut Stöckli nur vergrössert werden, wenn die Hälfte des Parkgeschosses, die Kurzzeitparkplätze und das Trottoir weichen. «Das kommt aber keiner Verbesserung gleich», so der Gemeinderat, «dafür werden wir kein Geld ausgeben.»

Postauto plant Gelenkbusse

Ein Ausweg aus der Situation ist derzeit nicht in Sicht. Die Gespräche laufen aber weiter. Klar ist: Die Postauto AG möchte Gelenkbusse auf der Staffelegg-Linie einsetzen. «Postauto rechnet damit, dass im Herbst 2014 klar ist, wann die Anpassungen beim Bahnhof Frick vorgenommen werden können. Im Idealfall können wir dann im Jahr 2015 – Mitte Jahr oder auf den Fahrplanwechsel im Dezember – die beiden Gelenkbusse für die Linie 135 in Betrieb nehmen», erklärt Postauto-Mediensprecher Urs Bloch.