Gipf-Oberfrick
Holzerei verhilft Unken zu einem Zufluchtsort

Die vermeintlichen Spuren der Verwüstung nach einem Holzschlag sind für Gelbbauchunken ein Zufluchtsort. Weshalb das so ist, erklärte Förster StefanLandolt aus Gipf-Oberfrick der Aargauer Zeitung.

Walter Christen
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Nach dem Holzschlag dient diese mit Wasser gefüllte Rückgasse in der Nähe des Waldhauses Eiken der Gelbbauchunke als Refugium. chr

Nach dem Holzschlag dient diese mit Wasser gefüllte Rückgasse in der Nähe des Waldhauses Eiken der Gelbbauchunke als Refugium. chr

Als «riesige Schweinerei» und «Spuren der Verwüstung» bezeichnete ein Leser der Aargauer Zeitung die derzeitige Situation beim Waldhaus in Eiken, in dessen Umgebung durch den zuständigen Forstbetrieb Thiersteinberg geholzt wurde.

Weil sie unter Wasser stünden, könnten dort Wege nicht mehr begangen werden und das schon seit geraumer Zeit. Ganz besonders aufpassen müssten Familien, die mit Kindern in den Wald gehen, damit keines ins Wasser fällt, so die Angaben des Lesers.

Ein Augenschein vor Ort: Wege voller Wasser waren, wie beschrieben, zu sehen. Auch Spuren des Holzschlages. Was sagt der Leiter des Forstbetriebs Thiersteinberg dazu, Förster Stefan Landolt aus Gipf-Oberfrick?

«Nur auf den Rückgassen fahren»

«Bis jetzt sind wir mit den Holzschlägen zufrieden. Weil es ein langer und kalter Winter war, konnten wir viel Brenn- und Energieholz liefern sowie Hackschnitzel. Das heisst, wir haben einige Holzschläge hinter uns, auch in der Nähe des Eiker Waldhauses.

Wer in unserem Auftrag am Holzen ist, hat übrigens die Auflage, mit den Maschinen nur auf den sogenannten Rückgassen zu fahren. Beim Arbeiten ist das Fahren neben den Gassen nicht erlaubt», schilderte Stefan Landolt.

Grosse Population Gelbbauchunken

«Gerade in Eiken, im Hardwald, haben wir einen hochsensiblen Boden. Bei einem solchen Winter, wie wir ihn jetzt erlebt haben, lassen sich aber Fahrzeugspuren bei unserer Tätigkeit einfach nicht vermeiden.

Die sind auch für den Forstbetrieb nicht schön. Wir müssten schon einen Bagger holen und alles zumachen. Aber das dürfen wir nicht, denn im Hardwald befindet sich eine grosse Population Gelbbauchunken.

Wir müssen sogar Spuren machen, damit diese Amphibien ein Refugium haben, einen Zufluchtsort finden. Sie können sich nämlich in den Fahrspuren vermehren, wenn das Wasser lange steht.

Ist der Boden dort nämlich einmal gesättigt, so ist er dicht. Wenn das Wasser hingegen im Sommer verdunstet, ist das wiederum von Vorteil für die Unken, damit sich deren Feinde nicht vermehren können», so Förster Stefan Landolt.

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