Sisseln

Hochwasserschutz an der Sissle kommt nicht vor 2020

Für die Hochwasserschutzmassnahmen wird mit 9 Millionen Franken gerechnet. (zvg/Gerry Thönen)

Für die Hochwasserschutzmassnahmen wird mit 9 Millionen Franken gerechnet. (zvg/Gerry Thönen)

Ab 2020 soll der Hochwasserschutz am Sisslebach praktisch angegangen werden. Eine Lösung ist nicht einfach und die Kosten sind hoch: 9 Millionen Franken ist der Betrag, mit dem für Schutzmassnahmen gerechnet werden muss.

Die Thematik ist erstens komplex und zweitens eine emotionale Angelegenheit, wie sich an einer Informationsveranstaltung für die Bevölkerung im Sinne einer Vorinformation herausstellte. Die Rede ist vom Hochwasserschutz am Sisslebach in der Gemeinde Sisseln. Tatsache ist, dass Teile des Dorfes mit Gewerbe- und Neubaugebieten so tief liegen, dass die hochwasserführende und über die Ufer tretende Sissle einen Teil überschwemmen könnte. Es müssen deshalb – früher oder später – Massnahmen ergriffen werden, um eine Überschwemmung zu verhindern. Dass man tun kann und soll, was möglich ist, und für den Rest die Versicherungen da sind, ist ein schwacher Trost für Dorfbewohner, wenn Keller und/oder Erdgeschosse erst einmal überflutet sind. Der Gemeinderat ist sich deshalb der Wahrscheinlichkeit und der Tragweite eines Hochwassers, ausgehend vom Sisslebach, durchaus bewusst.

«Keine höhere Priorität»

Am erwähnten Anlass, an dem rund 50 Personen teilnahmen, hielt Gemeinderat Kurt Bächtold fest: «Der Gemeinderat ist nach eingehender Beratung zum Entschluss gelangt, den Hochwasserschutz am Sisslebach nicht überstürzt anzugehen. Aber das Projekt ‹Schutz vor Hochwasser› wurde bereits in die langfristige Finanzplanung der Gemeinde aufgenommen. Wir messen jedoch dem Projekt Hochwasserschutz keine höhere Priorität bei als den anderen anstehenden Vorhaben in der Gemeinde Sisseln.» Und Gemeinderat Bächtold ergänzte: «Die Kosten würden die Entwicklung der Gemeinde über Jahre hinweg erschweren.»

Gesamtkosten: 9 Mio. Franken

In der Aufstellung, welche der Gemeinderat präsentierte, wird mit Gesamtkosten von etwa 9 Millionen Franken gerechnet. Die einstweilige Kostenverteilung: Gemeinde 3,51 Millionen Franken (39 Prozent), Bund 3,15 Millionen (35 Prozent) und Kanton 2,34 Millionen Franken (26 Prozent).

Der Kanton hat das Vorprojekt für den Sisslebach, basierend auf den Erkenntnissen der Hochwasser-Gefahrenkarte, stufengerecht ausarbeiten lassen. Thomas Gebert von der Sektion Wasserbau gab einen Überblick über den Hochwasserschutz im Aargau und betonte, das Schutzziel gelte für alle Gemeinden im Kanton und beinhalte als zentrales Anliegen den Schutz des Siedlungsgebietes.

Wie sich das in Sisseln umsetzen liesse, illustrierte Herbert Schmid vom Büro Koch und Partner, Laufenburg, anhand von Variantenstudien und der Präsentation des Vorprojekts. Möglichkeiten wären eine Sohlenabsenkung des Baches, die Dammerhöhung, ein Bypass, die Retention (Rückhaltung) und die Aufweitung des Gerinnes, das heisst, die Verbreiterung des Bachbetts. (chr)

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