Hochwasser
Die Rheinufer-Gemeinde Wallbach bleibt von der grossen Welle verschont

Nachdem am Wochenende in der Fricktaler Gemeinde Gefahrenstufe 3 herrschte, wurden eiligst die Beaver-Hochwasserschutzschläuche am Rheinufer verlegt. Doch jetzt sagen die kantonalen Experten: Die Wassermassen werden nicht mehr so massiv sein, dass es die Beaver noch braucht.

Hans Christof Wagner
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Am Wallbacher Rheinufer liegen erneut Beaver-Hochwasserschutzschläuche, um die Gemeinde vor dem Rhein zu schützen.

Am Wallbacher Rheinufer liegen erneut Beaver-Hochwasserschutzschläuche, um die Gemeinde vor dem Rhein zu schützen.

Bild: Hans Christof Wagner/«Aargauer Zeitung»

Die Beaver-Schläuche am Rheinufer von Wallbach bleiben noch bis Mittwoch, 3. Februar, liegen. Das haben das Regionale Führungsorgan Unteres Fricktal, der Kantonale Führungsstab, die Abteilung Landschaft und Gewässer und die Feuerwehr Unteres Fischingertal gemeinsam entschieden. Christoph von Büren, Chef des Regionalen Führungsorgans, sagt: «Wir gehen zwar davon aus, dass sich die Hochwasserlage von Mittwoch auf Donnerstag noch einmal verschärft.» Zu erwarten sei, dass die Gefahrenstufe von aktuell 1 auf 2 ansteigt. Das bedeutet, dass mehr als 2500 Kubikmeter Wasser pro Sekunde flussabwärts fliessen. Aber bei dieser Wassermenge sei der Einsatz der mobilen Schutzschläuche nicht mehr notwendig. Von Büren:

«Wenn die Gefahrenstufe nicht über zwei hinausgeht, sind die Beaver nutzlos und könnten sogar Schaden nehmen.»

Gefahrenstufe 3, die ab 3000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde beginnt, hatte in Wallbach am Freitag und Samstag bestanden. Von Büren: «Am Freitag um 22 Uhr war der Peak, da waren es in der Spitze 3138 Kubikmeter pro Sekunde.»

Binnen weniger Stunden lagen die Schläuche aus

Aber zu dem Zeitpunkt lagen die Beaver-Schläuche am Wallbacher Ufer ja schon aus. «Am Freitag um 11 Uhr haben wir uns zur Installation entschieden, um 16 Uhr lagen sie», berichtet von Büren. Schnell waren sie von Aarau ins untere Fricktal gebracht. Eile war auch geboten, weil die kantonalen Fachstellen sogar noch mit höheren Werten rechneten. Von Büren sagt:

«Die Experten hatten 3300 Kubikmeter Wasser pro Sekunde vorhergesagt. Hätte sich das eingestellt, wären in Wallbach so manche Keller vollgelaufen.»
Auf 300 Meter Länge wurden am Wallbacher Rheinufer die Beaver-Hochwasserschutzschläuche verlegt.

Auf 300 Meter Länge wurden am Wallbacher Rheinufer die Beaver-Hochwasserschutzschläuche verlegt.

Bild: Hans Christof Wagner/«Aargauer Zeitung»

Auf 300 Meter Länge wurden die orangen Schutzelemente ausgerollt. Die grossen Wassermassen mussten sie dann zwar nicht abwehren. Aber laut von Büren wurden sie «schon nass» – und nicht nur vom Regen von oben, sondern auch vom Rheinwasser.