Gansingen

«Hoch lebe Ned!»: Ein Theater, das auf einem Film basiert

Das Quartett Sanysaidap begleitet die Vorführungen des Theaters Gansingen.

Das Quartett Sanysaidap begleitet die Vorführungen des Theaters Gansingen.

Das Theater Gansingen zeigt die Komödie ab dem 11. Januar. Es wird von der Band Sanysaidap begleitet.

Ab dem 11. Januar führt das Theater Gansingen die Komödie «Hoch lebe Ned!» auf. Mit dabei ist die Musikgruppe Sanysaidap, die irischen Folk’n’Roll auf die Bühne bringt – fast wie Filmmusik. Was ja passt. Denn ein Film ist die Basis des Theaterstücks.

1998 erschien «Lang lebe Ned Devine!» in den Kinos – damals wegen der skurrilen Charaktere und der originellen Geschichte um einen toten Lottogewinner und eine Dorfgemeinschaft, die sich die Millionen sichern will, ein echter Strassenfeger.

Klar, dass der Film bald für das Theater adaptiert wurde, allerdings unter dem Namen «Lottofieber» und als Schwank, wie er 20 Jahre danach immer noch gespielt wird.

Eine Band wird zum Glücksfall für das Theater

Das Theater Gansingen hatte das Stück schon lange im Kopf, aber: «Lottofieber passt nicht zu uns», sagt Präsidentin Katharina Streit. Besser trifft die Dialektfassung «Hoch lebe Ned!» von Rafael Itten auf die Vorstellungen der Gansinger Theaterleute zu, weil es sich dabei um eine Komödie handelt.

Zehn Jahre hat es gedauert, bis «Hoch lebe Ned!» auf die Bühne in der Turnhalle Gansingen kommt – zehn Jahre, was an der Musik liegt. Katharina Streit: «Wir haben uns gesagt, wenn wir das Stück spielen, dann nur mit Musik.» Gar nicht einfach.

Denn wer die Musik beisteuert, muss verlässlich an sieben Aufführungen inklusive Hauptprobe anwesend sein. Ausserdem muss die Musik auch noch zu dem Ort der Handlung – ein kleines Dorf an der irischen Westküste – passen.

Das Quartett Sanysaidap aus Frick erfüllt sämtliche Voraussetzungen und wird zum Glücksfall für die neue Produktion, indem es ein Teil der Inszenierung ist. Sanysaidap spielen exakt so, wie es die Regie vorsieht: mal mitreissend im Vordergrund, dann wieder zurückhaltend als Begleitung. «Die Musik hat einen hohen Anteil am Stück», sagt Intendant Robert Oeschger, «das hat sich optimal ergeben.»

Optimal ergeben haben sich noch andere Aspekte. Zum Beispiel das Theaterensemble, das aus überwiegend bühnenerfahrenen Frauen und Männern besteht. Zum ersten Mal dabei ist nur der elfjährige Raphael Steinacher, der den Jungen Paddy spielt. Die Produktionsleitung hat Thomas Szabo. Regieassistent ist Jules Steinacher.

Bemerkenswert an der Aufführung in Gansingen ist zudem der Umstand, dass gesungen wird. Und wie: Als ob sie schon immer Gesangsunterricht genommen hätten, treten die Schauspielerinnen und Schauspieler auf. Für den Gesang zeichnen Markus und Till Streit verantwortlich.

Die Premiere am 11. Januar ist fast ausverkauft. Auch an den weiteren Aufführungen herrscht grosses Interesse. Es geht aber auch um sehr viel: Ist der Whisky, der auf der Bühne getrunken wird, echt? Wird die Liebe dem Schweinegeruch trotzen? Hat der Pfarrer auf alle Fragen eines kleinen Jungen die richtige Antwort? Und vor allem: Was wird aus den Lotto-Millionen?
«Hoch lebe Ned!»

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