Wie verheimlicht man möglichst kreativ seine eigene Arbeitslosigkeit vorm Eheweib? Und bringt darüber hinaus das Kunststück fertig, dennoch finanziell stets glänzend dazustehen? Dieser spannenden Frage geht in diesem Jahr das Lehrertheater Möhlin mit der Boulevardkomödie «Und ewig rauschen die Gelder – cash on delivery» mit viel Witz und Humor nach.

Geschrieben hat das Stück der englische Schriftsteller Michael Cooney, in Szene gebracht hat es die erfahrene Theaterfrau Christine Thurnheer. Seit mehr als 20 Jahren gehört sie dem Lehrerensemble an, diese Aufführung ist ihre fünfte Inszenierung. Trotz langer, intensiver Probezeit ziehen alle Akteure ein absolut positives Fazit: ein wunderschönes gemeinsames Miteinander mit jeder Menge Spass. Für manche Mitspieler sei es manchmal auch eine logistische Herausforderung gewesen, Beruf, Familie und Proben ohne Reibungsverluste zusammenzubringen.

«Und ewig rauschen die Gelder», für den Hauptdarsteller, den arbeitslosen Eric Swan (Max Häne) hiess das anfänglich auch: und ewig fliessen die Gelder. Um seiner Frau Linda (Nadine Condor) nicht sein jobmässiges Dilemma beichten zu müssen, entwickelt er fintenreich ein Einnahmemodell, das ihm erlaubt, trotz Arbeitslosigkeit ohne Wohlstandsverluste scheinbar perfekt über die Runden zu kommen. Mit seinem nach Kanada ausgewanderten Untermieter nimmt alles seinen Anfang. Dessen Wohngeldzuschüsse kassiert er unberechtigt munter weiter, setzt ein sich immer schneller drehendes Sozialkarussell in Schwung. Ideenreich zaubert er gegenüber den Behörden in schneller Folge imaginäre Personen aus seinem diesbezüglich fast bodenlosen Hut. Leute, die wegen angeblicher Hilfsbedürftigkeit eine breite Palette an Ansprüchen haben – Invaliden-und Unfallrente, Kranken-und Kindergeld, Milchgeld für Schüler – seine Fantasiewelt scheint keine Grenzen zu haben. Und diesen Geldfluss bündelt er auf seinem Konto.

Norman Bassett (Benjamin Zingg), sein Mitmieter, rutscht nach und nach ebenfalls in dieses turbulente Chaos. Eine geraume Weile läuft das alles wie geschmiert, doch dann bekommt selbst Eric Skrupel. Doch genau in dem Moment, als er mit seinen Betrügereien Schluss machen will, taucht Aussenprüfer Mr. Jenkins (Jacob Heinz) auf, um sich Erics Hilfsbedürftige mal etwas genauer anzusehen. Irgendwann werden selbst die gutgläubigsten Sozialbehörden misstrauisch.

Verwechslungsspiel

Und nun beginnt in atemberaubendem Tempo ein aberwitziges Verwechslung-und Verwandlungsspiel, in das alle in Erics Umfeld freiwillig oder unfreiwillig geraten: seine Frau Linda, Norman, sein Cousin George (Hans Nassi), Sozialarbeiterin Sally (Daria Frei), Normans Verlobte Brenda (Anais Gysin), Eheberater Chapman (Daniel Zingg), Beerdigungsunternehmerin Forbright (Linda Schai) sowie Jenkins Chefin Cowper (Karin Erni).

Eine Pointe jagt die nächste. Teils pfiffig, teils verzweifelt, strampeln die Akteure im selbst gesponnenen Netz ihrer Lügen. Sie erfinden Leichen, die irgendwie verschwinden müssen, ein staubtrocken freundlicher Beamte besäuft sich, ein Sexualberater verheddert sich in seinen Verklemmungen. Es ist ein brillant humorvoller Hindernislauf durch ein scheinbar perfektes Sozialsystem, bei dem am Theaterhimmel mit britisch schwarzen Humor die Knaller fast im Sekundentakt explodieren. Mit herzerfrischender Ironie und ernstem Hintergrund werden Sozialbetrug und Bürokratie augenzwinkernd aufs Korn genommen.

Aufführdaten

Termine der Aufführungen im Bata Park Möhlin, Halle 2, Beginn jeweils 20.15 Uhr: Samstag, 23. August, Premiere. Mittwoch, 27.August; Freitag, 29. August; Samstag, 30.August; Mittwoch, 3.September; Freitag, 5. September; Samstag, 6. September; Mittwoch, 10.September; Freitag, 12. September; Samstag, 13. September; Mittwoch, 17.September; Freitag, 19. September; Samstag, 20. September; zusätzlich jeweils am Sonntag 17 Uhr: 7. und 14. September. Karten erhältlich unter www.lehrertheater.ch oder Buechlade Etcetera, Telefon 061 851 55 52 sowie an der Abendkasse.