Bei der Stiftung «Fonds Suisse» wird über die Feiertage fleissig gerechnet. Nein, es werden nicht etwa die Kalorien der Festmahle gezählt oder die Raketen für Silvester – vielmehr geht es um die Hilfs-Beiträge für Landwirte. Im Frühjahr, kurz nach den verheerenden Frostnächten, hatte die Stiftung den Betroffenen Hilfe versprochen. Sie will ihnen sogenannte «A-Fonds-perdu»-Beiträge gewähren – also finanzielle Hilfeleistungen, welche die Landwirte nicht zurückzahlen müssen. Darauf hoffen derzeit auch viele Landwirte aus dem Aargau.

Über 600 Gesuche von Landwirten aus der ganzen Schweiz sind bei den Kantonen eingegangen. Diese haben inzwischen eine Selektion vorgenommen; nach den Richtlinien der Stiftung. Unter anderem heisst es darin, dass der Ernteausfall eines Betriebs mindestens 50 Prozent betragen muss, um als beitragsberechtigt zu gelten. Ab 75 Prozent Ernteausfall sind höhere Beiträge möglich.

49 Gesuche aus dem Aargau

«Bei uns sind rund 450 Gesuche eingetroffen, die voraussichtlich beitragsberechtigt sind», sagt Daniel Arni, Geschäftsführer von «Fonds Suisse». Mehr als jedes zehnte Gesuch kommt aus dem Aargau. Genau: 49. Ein Grossteil davon stammt von Fricktaler Landwirten, die grössere Verluste zu verzeichnen haben.

«Wir sammeln derzeit die Anträge, die von den Kantonen reinkommen», sagt Arni. Es gehe nun darum, alles genau durchzurechnen. Die Stiftung hat keinen fixen Betrag festgelegt, den sie auszahlen will. Vielmehr wollen die Verantwortlichen zuerst schauen, wie hoch der effektiv angemeldete Schaden der betroffenen Landwirte ist, und dann den Betrag festlegen. «Wobei klar ist, dass der Betrag gegen oben nicht offen ist», sagt Arni. Eine konkrete Zahl will er nicht nennen. Die Stiftung verfügt über ein Kapital in der Höhe von über 250 Millionen Franken.

Der Zeitplan sieht vor, dass die Entscheidung über die Beitragshöhe im Januar fällt und die Zahlungen bis Ende des Monats ausgelöst werden.

«Das ist eine einmalige Aktion»

«Der Frost im Frühjahr war ein ausserordentlich starkes, aussergewöhnliches Ereignis», sagt Daniel Arni. «Deshalb haben wir uns entschieden, mit Beiträgen zu helfen.» Arni betont allerdings, dass es sich um eine einmalige Aktion handelt. Auch, weil Frost beim Obst bisher nicht versicherbar war. Nun aber bietet die Schweizerische Hagel-Versicherung neu eine Möglichkeit, sich gegen Frost abzusichern. Die Versicherung garantiere den versicherten Obst- und Beerenproduzenten bei Frühlingsfrostschäden einen Ertrag von mindestens 55 Prozent, heisst es in einer Mitteilung von Anfang Dezember. «In Zukunft wird es in der Verantwortung des einzelnen Betriebes liegen, sich gegen ein solches Ereignis zu schützen», sagt Arni.

Neben den Beiträgen der Stiftung hatte im Frühjahr auch der Kanton Hilfe versprochen; in Form von zinslosen Überbrückungskrediten. Die Kredite müssen innerhalb von zehn Jahren zurückbezahlt werden. Drei Kreditgesuche sind eingegangen, allesamt aus dem Fricktal.

Möglich, dass nach dem Entscheid der Stiftung noch weitere Landwirte einen Überbrückungskredit beantragen. Sie steckten die Hoffnung bis jetzt in die «A-Fonds-perdu»-Beiträge, weil diese nicht mit einem finanziellen Risiko für die Folgejahre verbunden sind.