Zuzgen

Hier treffen Welten aufeinander: Elektronikfirma hilft auf dem Hof aus

Einsatz in Zuzgen auf dem Hof von Roland und Gisela Meyer: Zehn Mitarbeiter von Samsung Electronics haben geholfen, 23 Obstbäume zu pflanzen.

Einsatz in Zuzgen auf dem Hof von Roland und Gisela Meyer: Zehn Mitarbeiter von Samsung Electronics haben geholfen, 23 Obstbäume zu pflanzen.

Der Jurapark Aargau führt in der Region sogenannte Corporate Volunteering-Einsätze durch, bei denen Mitarbeiter einer Firma für einen Tag irgendwo auf einem Bauernhof oder in einem Forstbetrieb mit anpacken. 

Im Rahmen von Natureinsätzen werden Landwirte im Jurapark unterstützt.

Auf dem Zuzger Looberg treffen an diesem sonnigen Nachmittag im Spätherbst Welten aufeinander. Hier Landwirt Roland Meyer, der auf seinem Hof jedes Jahr einige tausend Liter Süssmost herstellt. Dort zehn Mitarbeiter einer internationalen Elektronikfirma mit Schweizer Sitz mitten in Zürich. Sie hantieren an diesem Tag statt mit Tastatur, Maus und Telefon für einmal mit Schaufel, Pickel – und Dreck. Es gilt, 23 Hochstammbäume zu pflanzen.

Der Jurapark Aargau organisiert seit mehreren Jahren zusammen mit dem Netzwerk Schweizer Pärke sogenannte «Corporate Volunteering»-Einsätze. «Das sind Natureinsätze, an denen Firmenteams einen Tag lang in einem Land- oder Forstbetrieb mithelfen», erklärt Lea Reusser, Projektleiterin Naturnaher Tourismus bei Jurapark Aargau.

So werden beispielsweise Hecken, Waldränder oder Weiden gepflegt und Neophyten bekämpft oder die Helfer packen bei der Obsternte an. Daneben stellen Fachpersonen des Juraparks die Region, Tier- und Pflanzenwelt sowie die Herausforderungen der Landwirtschaft vor. Rund 20 Natureinsätze haben in diesem Jahr im Jurapark Aargau stattgefunden.

Beide Seiten profitieren

Von den Einsätzen sollen beide Seiten profitieren: Die Mitarbeiter, die Einblicke in die Arbeit von Landwirten und Förstern erhalten. Aber auch die Landwirte und Förster, die die Chance haben, ihre Betriebe und Produkte bekannt zu machen. «Diese Einsätze bringen die Landwirtschaft und den Konsumenten zusammen. Wir können die Besucher für die Ökologie sensibilisieren und ihnen die Landwirtschaft näher bringen», sagt Roland Meyer. «So sehen sie beispielsweise, was alles hinter einem Glas Most steckt.»

Auf dem Hof von Roland und Gisela Meyer sind bereits zum dritten Mal Mitarbeiter einer Firma im Natureinsatz. Der Tafeljura macht es ihnen nicht leicht: Einige Zentimeter Hummus und darunter ganze Brocken harter Fels müssen auf dem Looberg abgetragen werden, um die 23 Kirsch-,
Apfel-, Zwetschgen- und Quittenbäume zu pflanzen. «Ich bin immer wieder positiv überrascht, wie die Mitarbeiter anpacken – trotz drohenden Blasen und Muskelkater», sagt Meyer und lacht.

Bäume für die Fledermaus

Die Helfer aus der Stadt hingegen geniessen den Ausflug in die Natur: «Es geht darum, sich ausserhalb des gewohnten Umfelds kennenzulernen, den Teamgeist zu fördern, wertvolle Handarbeit für die Natur zu leisten und lehrreiche Inputs zu bekommen, was die ökologischen Zusammenhänge angeht», sagt Lea Reusser.

So werden die Mitarbeiter an diesem Nachmittag auch über die Fledermaus im Tal informiert. Denn von den gepflanzten Obstbäumen soll speziell die Grosse Hufeisennase profitieren – eine Art, die in der Schweiz an nur noch drei Orten vorkommt. Eine Population lebt in Wegenstetten. Sie findet im Umfeld der Obstbäume Insekten als Nahrung.

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