Wallbach
Heute beginnt der Abbau der Beaver-Schläuche — in einigen Wochen droht das nächste Hochwasser

Der Abbau der mobilen Dammelemente beginnt — am Wallbacher Rheinufer ist momentan kein Hochwasser mehr zu erwarten. Am Rheinufer kann es im Frühjahr durch abschmelzende Schneemassen allerdings noch kritisch werden.

Dennis Kalt
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Werden morgen bereits abtransportiert: die «Beaver»-Schläuche in Wallbach.

Werden morgen bereits abtransportiert: die «Beaver»-Schläuche in Wallbach.

Entwarnung am Wallbacher Rheinufer: Die Hochwasser-Lage entspannt sich. Dies sagte gestern Silvio Moser, Abteilung Landschaft und Gewässer des Kantons. «Wir werden am Mittwochabend das Wasser aus den ‹Beaver›-Schläuchen ablassen und die Schläuche am Donnerstagmorgen nach Brugg bringen. Dort werden sie gewartet und gegebenenfalls repariert», so Zivilschutzstellenleiter Beat Bühler.

Wider Erwarten kam es gestern nicht zu einer, sondern gleich zu zwei Hochwasserspitzen. Die erste Spitze erreichte Wallbach um 2 Uhr nachts, die andere um 9 Uhr morgens. Die Abflussmengen lagen bei 3060 und 3080 Kubikmetern pro Sekunde – prognostiziert waren bis zu 3400 Kubikmeter in der Sekunde.

Damit blieben die zum Hochwasserschutz verlegten «Beaver»-Schläuche wie bereits beim Hochwasser vor rund zwei Wochen um Haaresbreite trocken. Damals lag die maximale Abflussmenge bei 3063 Kubikmetern pro Sekunde.

Beaverschläuche in Wallbach (4.1.2018): Einsatzkräfte des Kantonalen Katastrophen-Einsatzelements bauten in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Unteres Fischingertal und der Zivilschutzorganisation Unteres Fricktal Beaverschläuche ein.
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Einsatzkräfte des Kantonalen Katastrophen-Einsatzelements bauten in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Unteres Fischingertal und der Zivilschutzorganisation Unteres Fricktal Beaverschläuche ein.
Einsatzkräfte des Kantonalen Katastrophen-Einsatzelements bauten in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Unteres Fischingertal und der Zivilschutzorganisation Unteres Fricktal Beaverschläuche ein.
Einsatzkräfte des Kantonalen Katastrophen-Einsatzelements bauten in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Unteres Fischingertal und der Zivilschutzorganisation Unteres Fricktal Beaverschläuche ein.
Einsatzkräfte des Kantonalen Katastrophen-Einsatzelements bauten in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Unteres Fischingertal und der Zivilschutzorganisation Unteres Fricktal Beaverschläuche ein.
Einsatzkräfte des Kantonalen Katastrophen-Einsatzelements bauten in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Unteres Fischingertal und der Zivilschutzorganisation Unteres Fricktal Beaverschläuche ein.

Beaverschläuche in Wallbach (4.1.2018): Einsatzkräfte des Kantonalen Katastrophen-Einsatzelements bauten in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Unteres Fischingertal und der Zivilschutzorganisation Unteres Fricktal Beaverschläuche ein.

Marc Fischer

Wetterprognosen sagen zwar zum Wochenende hin wieder Niederschläge voraus, «ein kritischer Pegelstand werde vorerst jedoch nicht erreicht», so Moser. Problematisch könnte jedoch schon in einigen Wochen die Tatsache werden, dass derzeit eine massive Schneedecke die Alpen überzieht.

«Je mehr Schnee liegt, desto höher ist das Potenzial für eine Erhöhung der Pegelstände. Dies gilt auch für Wallbach als Hochwasser-‹Hotspot›», sagt Moser.

Ein gefährliches Szenario

Entscheidend dafür, wie kritisch sich die Schneemassen auf den Rheinpegel auswirken, ist in erster Linie der Zeitraum, in dem die Schneedecke in den Alpen «abflusswirksam» wird.

Gefährlich wird es, wenn die Null-GradGrenze innert weniger Tage schnell nach oben ansteigt und dazu noch starke Niederschläge kommen, die auf die Schneemassen treffen, erklärt Moser. Passiert dies, werden wohl auch wieder die Zivilschützer zum Einsatz kommen und die orangefarbenen Schläuche von ihren Lagerorten in Frick und Aarau mindestens zum dritten Mal in diesem Jahr nach Wallbach transportieren müssen.

Wieso lagert man die «Beaver-Schläuche» dann eigentlich nicht gleich in Wallbach, um sich den Weg zu sparen? «Erstens kommen die mobilen Einsatzelemente auch bei anderen Anrainern zum Einsatz. Zweitens befinden sich die mobilen Dammelemente im Besitz des Kantons und kommen erst zum Einsatz, wenn eines der Regionalen Führungsorgane das entsprechende Aufgebot beim Kantonalen Führungsstab beantragt hat.

Und drittens hat die Vorlaufzeit für das Aufbauen der ‹Beaver›-Schläuche bei einem Hochwasser-Ereignis immer ausgereicht», zählt David Bürge, Kommandant des Kantonalen Katastrophen Einsatzelementes, auf.

Hochwasser-Bilder vom Aargau:

Am Mittwoch noch mässige Hochwassergefahr am Rhein zwischen Koblenz und Basel
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Hochwassergefahr im Aargau (ab 22.01.2018)
Bei der Einmündung Wigger in Aarburg setzten Aare und Regen den Uferweg unter Wasser. Die Feuerwehr Aarburg sperrte das Gebiet ab. Bis zur Holzbrücke fehlten dem Wasser nur noch Zentimeter.
Für den Verkauf bestimmt: Fahrzeuge auf dem Spinnerei-Areal in Rothrist.
Die Feuerwehr Aarburg platzierte Hochwasserblockaden beim «Steiner-Haus».
Hochwasser in Aarburg.
In Vordemwald kam einmal mehr die Hochwasserschutzmassnahme bei der «Unteren Säge» zum Einsatz.
Der Pegelstand der Aare hat über Nacht den Höchststand erreicht.
Aktuell pendelt sich die Aare in der Gefahrenstufe 1 und 2 ein – geringe bis mässige Gefahr.
Zum Schutz vor dem Hochwasser wurden Beaver-Schläuche verlegt.
Äste und Dreck wirbeln am Dienstagmorgen in der Aare bei Brugg.
Beaver-Schläuche schützen die Strassen und Häuser vor dem Hochwasser der Aare.
Die Fähre bei Waldshut (D) fährt nicht mehr auf die Schweizer Seite nach Full.
Der Waldshuter Fährbetrieb wurde wegen Hochwasser eingestellt.
Rheinfelden: Hochwasser an der alten Rheinbrücke und auf dem Inseli.
Rheinfelden: Hochwasser an der alten Rheinbrücke und auf dem Inseli.
Rheinfelden: Hochwasser an der alten Rheinbrücke und auf dem Inseli.
Rheinfelden: Hochwasser an der alten Rheinbrücke und auf dem Inseli.
Im Schachen an der Aare in Brugg haben Zivilschutz und Feuerwehr die Beaver-Schläuche als Schutz gegen das Hochwasser verlegt.
Die Hochwassergefahren-Karte des Bundes vom Montagmorgen.
Das Regionale Führungsorgan (RFO) Brugg hatte für die Verlegung um Unterstützung gebeten.
Am Rheinufer in Wallbach werden die Beaver-Schläuche aufgebaut
Am Rheinufer in Wallbach werden die Beaver-Schläuche aufgebaut
Das war Anfang Januar: Einsatzkräfte des Kantonalen Katastrophen-Einsatzelements bauen mit der Feuerwehr Unteres Fischingertal und der Zivilschutzorganisation Unteres Fricktal Beaverschläuche ein.
Auch am Montag, 22. Januar, werden wieder solche mobilen Hochwasserschutz-Elemente eingebaut.

Am Mittwoch noch mässige Hochwassergefahr am Rhein zwischen Koblenz und Basel