Schupfart

Herzzerreissend: So war die grosse Schlagerparty

Für die 36. Auflage des Musikfestivals kamen über 10 000 Gäste ins Fricktal. Die Schlager-Party vom Sonntag war ein voller Erfolg.

«Allein zur Pop-Rock-Night am Freitag waren wieder 5000 Fans gekommen. Lediglich der Country-Rock-Abend hatte in diesem Jahr etwas weniger Besucher, dafür jedoch platzte am Sonntag zur Schlagerparty das Zelt aus fast allen Nähten», blickt Medienverantwortliche Roland Kym zufrieden zurück. Insgesamt waren mehr als 10 000 Gäste gekommen – aus der gesamten Schweiz, der grenznahen Region Deutschlands, einige sogar aus Österreich und Frankreich.

Kuhglockengebimmel und Alpenflair kündigte zünftig die sechs «Toglauer» aus der Oberpfalz an. Mit ihrer Heavy Volxmusik zündeten sie sofort ein Feuerwerk an guter Laune, begeisterten generationsübergreifend das Publikum. Gemeinsam gingen sie auf eine halsbrecherisch kurvenreiche «Bobfahrt» (neben der Musik ihr Lieblingssport), bei jeder Runde stieg die Stimmung. Die Damen in ihren feschen Dirndl und die Herren in knackigen Lederhosen klatschten und sangen ausgelassen auf den Bänken mit. Es ging weiter zusammen um die ganze Welt nach Brasilien zum dortigen Oktoberfest und natürlich durfte auch der «Rasenmäher» nicht fehlen. Mit Noten und Text hatten alle ein wunderbares Gaudi.

Gefühle fahren Riesenrad

«Schatzi, schenk mir ein Foto . . .» bat Naturtalent und Volksmusiker Marc Pircher. Ob er an diesem Nachmittag beim weiblichen Geschlecht Erfolg hatte, blieb unbekannt. Aber aus voller Kehle schmetterten alle mit, schunkelten hingebungsvoll, liessen sich anstecken vom Discofox, tanzten ausgelassen in den Gängen. Romantisch gings zu in der «Sierra Madre», Sänger Pircher flog mit der Liebsten in den Himmel, landete am Ende jedoch in der Hölle. Seine Gefühle fuhren Riesenrad und auch über die sieben Sünden wusste er Bescheid.

Schlager vom Feinsten hatte das Duo «Fantasy» dabei, Martin (Hein) und Freddy (Malinowski), die gemeinsam seit 20 Jahren auf der Bühne stehen. In ihren Liedern präsentierten sie die gesamte Breite menschlicher Gefühle, sangen von den Gespenstern der Nacht, von Liebe und Sehnsucht, verwöhnten mit einer Kostprobe aus ihrem Jubiläumsalbum «Bonny und Clyde». Es waren Baladen, die im Ohr lange nachklingen.

Umwerfend und wie ein explodierender Vulkan kam der junge Basler Sänger Vincent Gross daher. Lausbübisch charmant wirbelte dieses Temperamentbündel über die Bühne, mischte sich mit drei Sprüngen von der Bühne unter seine Fans im Zelt. Die Begeisterung war da einfach nicht mehr zu überbieten. Mit seinen eingängigen, mitreissenden, modernen Pop-Schlagern und dem breit gefächerten Repertoire hatte er im Handumdrehen Jung und Alt eingefangen.

Erfrischend neu dargeboten der Song «Joana», im Album «Möwengold» erzählt er von seiner Liebe zur Nordsee, wo er als Kind viel bei den Grosseltern war. Mit magischen Nordlichtern verabschiedete er sich. Vincent Gross ist Gewinner des Schweizer Nachwuchstalentwettbewerbes «Hello Again», viele Lieder schreibt er selbst.

Maite Kelly, zweitjüngstes Kind der berühmten Familienband Kelly Family, war sinnlich, hatte viel gute Laune, erwärmte das Herz, war überzeugt vom Sieg der Liebe und eines selbstbewussten Lebens. Und die «Jungen Zillertaler» brachten mit ihren Liedern am Ende noch einmal die Stimmung zum Kochen.

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