Herznach
Herznacher Post wird nach 9 Jahren Unternehmertum wieder klassisch geführt

Ab dem 1. Mai wird es in Herznach wieder eine klassische Postfiliale geben. Wegen der geringen Anzahl an Postunternehmer war die bisherige Lösung mit einem unverhältnismässig hohen rechtlichen Aufwand verbunden.

Stefan Gyr
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Die Dorfpoststelle in Herznach wurde seit 2005 von einem selbstständigen Unternehmer geführt.

Die Dorfpoststelle in Herznach wurde seit 2005 von einem selbstständigen Unternehmer geführt.

FBI

Die Dorfpoststelle in Herznach wurde in den vergangenen neun Jahren als selbstständiges Unternehmen geführt. Der damalige Posthalter Marcel Suter machte sich 2005 selbstständig und wurde zum Unternehmer mit Leib und Seele. Seinen Betrieb stützte er auf mehrere Standbeine ab: Post, Papeterie, Käseverkauf, Reisen mit einem Oldtimer-Postauto und Gastronomie.

Die Post suchte damals nach Lösungen, wie das Poststellennetz wirtschaftlicher betrieben werden könnte. Marcel Suter, seinerzeit Poststellenleiter in Herznach, meldete sich für einen Pilotversuch mit dem Postunternehmer-Modell und gründete die Post und Oldiereisen GmbH. Acht Postunternehmer konnten in der Schweiz gewonnen werden, wie Post-Sprecherin Yvonne Raudzus erklärt.

Jetzt hat die Post gemäss der Mitteilung den Vertrag mit dem Herznacher Postunternehmer aufgelöst. Dieses Betriebsmodell werde im Zuge der Umwandlung der Post in eine neue Rechtsform eingestellt, heisst es im Kundenflyer.

Der Grund sei die komplexe Vertrags- und Vergütungssituation, die wegen der geringen Anzahl Postunternehmer einen unverhältnismässig hohen rechtlichen Aufwand nach sich ziehen würde. Die Post dankt Suter und seinem Team «ganz herzlich für die gute, engagierte Zusammenarbeit».

Marcel Suter zeigt sich gelassen. Er wisse bereits seit einem Jahr von der neuen Ausrichtung der Post und der Vertragsauflösung. «Ich musste mit der Post lange ringen, doch inzwischen haben wir uns geeinigt, und ich bin zufrieden», erklärt er. Mittlerweile haben Suter und seine Frau Monika sich ein weiteres Standbein aufgebaut: 2008 erwarb Suter den Gasthof Löwen in Herznach.

Er besuchte die Wirtefachschule, erwarb den Fähigkeitsausweis und baute den «Löwen» in ein Gasthaus und Hotel um. Im Untergeschoss richtete er eine Catering-Küche ein. Rund zwei Millionen Franken steckte er in das Gebäude. Er werde jetzt verstärkt auf diesen Betriebszweig setzen, sagt Suter. Die Oldiereisen werde er weiterhin anbieten.

Schalterhalle wird aufgefrischt

Die neue Postfiliale wird am heutigen Standort an der Hauptstrasse 38 geführt. Die Schalterhalle wird leicht umgestaltet und aufgefrischt. Beim Postangebot bleibt alles wie bisher. Das Zusatzsortiment des Postunternehmers entfällt. Neu werden wie in den anderen Filialen PostShop-Produkte verkauft. Die Öffnungszeiten wurden angepasst: Montag bis Freitag 7.30 bis 11 Uhr und 15.30 bis 18 Uhr, Samstag 8.30 bis 11 Uhr.

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