Herznach
Freie Fahrt bis zum Stollen – die Bahn beim Bergwerk Herznach fährt nun bis zum Eingang

Der Verein Eisen und Bergwerke hat sich mächtig ins Zeug gelegt: In den letzten Monaten haben ehrenamtliche Helfer die Bergwerkbahn um 100 Meter bis zum Stolleneingang verlängert. Ein Meilenstein in der Vereinsgeschichte – wovon sich alle am Sonntag überzeugen können.

Thomas Wehrli
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Ernst Gass, Lokführer der Bergwerksbahn in Herznach, fährt die Bahn aus dem Depot zum «Bahnhof».

Ernst Gass, Lokführer der Bergwerksbahn in Herznach, fährt die Bahn aus dem Depot zum «Bahnhof».

Thomas Wehrli/ Aargauer Zeitung

Die Stollenbahn beim Bergwerk Herznach nimmt weiter Fahrt auf: In den letzten Monaten haben ehrenamtliche Helfer des Vereins Eisen und Bergwerke die Gleise vom bisherigen «Endbahnhof» um rund 100 Meter bis zum Stolleneingang verlängert. «Das war viel Knochenarbeit», blickt Vizepräsident Geri Hirt zurück. Er freut sich:

«Damit haben wir ein weiteres Etappenziel für die Fahrt in den Stollen hinein erreicht.»

Bis zum grossen Bergwerksfest 2022 soll die Bahn dann rund 30 bis 40 Meter in den Stollen hineinfahren. Denn: «Die Bahn ist gerade bei den jüngeren Besuchern das grosse Highlight.»

Die Steigung ist die Herausforderung

Das bestätigt auch Lokführer Ernst Gass. Er manövriert die Bahn gerade aus dem Depot zum Bahnhof beim Museum, um eine Gruppe, die eine Führung gebucht hat, hinauf zum Stollen zu bringen. Rund fünf Minuten benötigt er für die 800 Meter lange Strecke. «Die Herausforderung ist die Steigung», erzählt Gass. Die rund 20 Meter Höhendifferenz überwindet die Bahn dabei, indem sie die Waggons abwechselnd stösst und zieht. Gass:

«Gerade wenn es nass ist, braucht das viel Fingerspitzengefühl.»

Muskelkraft dagegen ist beim weiteren Ausbau des Stollens gefragt. Im Endausbau soll der Stollen rund 150 Meter tief zugänglich sein. Am Endpunkt will der Verein, der 2004 gegründet wurde, einen Arbeitsplatz für Kinder und Jugendliche einrichten. «Hier können sie nacherleben, wie früher im Stollen Erz abgebaut wurde.» Sprengungen können simuliert, Loren beladen werden.

In der Vision, die 2016 entstanden ist, geht der Verein davon aus, dass diese Arbeiten bis 2024 abgeschlossen sein werden. Ist das realistisch? Hirt lacht. «Es ist ein sportliches Ziel, aber wir können es durchaus erreichen.» Wenn alles rund läuft – und wenn die Coronapandemie nicht für neue Verzögerungen sorgt. Denn im letzten Jahr konnten viele Arbeiten nicht ausgeführt werden, weil doch einige der freiwilligen Helfer älter sind und diese kein Risiko eingehen wollten, angesteckt zu werden.

Organisationen leisten wertvolle Einsätze

Froh ist der Verein, dass sich auch immer wieder Organisationen für einen freiwilligen Einsatz melden. In den nächsten Wochen wird ein Rotary Club sowie eine Zivilschutzorganisation im Bergwerk mitarbeiten. Hirt dazu:

«Solche Engagements sind für uns Gold wert.»

Nicht Gold, aber Geld bringen die Gruppenführungen dem Verein. Sie sind aber nicht nur eine wichtige Einnahmequelle, sondern machen den Verein über die Region hinaus bekannt und bringen neue Gruppen ins Bergwerk. Coronabedingt war im letzten Jahr wenig möglich. Seit Mai ziehen aber die Anfragen und Reservationen wieder an. «Wir sind dankbar, dass die Leute wieder kommen», sagt Hirt.

Bergwerk ist am 1. August offen

An diesem Sonntag sind zudem alle eingeladen, die Baufortschritte zu begutachten. Wie an jedem ersten Sonntag im Monat können von 13 bis 17 Uhr das Museum besichtigt, eine Fahrt mit der Bergwerkbahn gemacht oder Steine geklopft werden. Weil 1. August ist, gibt es für die Kinder einen 1.-August-Weggen. Hirt lacht. «Wenn es reicht, bekommen auch die Erwachsenen einen Weggen.»

Weitergearbeitet wird an der Bergwerkbahn erst im Winter. «Da wir das Bergwerk bis im Herbst geöffnet haben, können wir nicht gleichzeitig an den Gleisen bauen», sagt Hirt. Die Arbeiten gehen dem Verein aber nicht aus. Zum einen wird an der Stollenverlängerung weitergearbeitet, zum anderen wird ein Stollenzugang in Ueken freigelegt. Hirt:

«Ziel der Massnahme ist es, dass Luft besser zirkuliert und wir die Luftfeuchtigkeit, die aktuell zwischen 96 und 98 Prozent liegt, runterbringen.»

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