Kaisten
Herzlicher «Warteck»-Wirt wird gesucht

Pächter Hasan Apaydin stellt nach rund elf Jahren den Restaurant-Betrieb ein und sucht per 1. April einen neuen Wirt.

Dennis Kalt
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Nach elf Jahren löste «Warteck»-Wirt Hasan Apaydin den Pachtvertrag auf. dka

Nach elf Jahren löste «Warteck»-Wirt Hasan Apaydin den Pachtvertrag auf. dka

Pizzen, Pasta, Cordon bleu-Variationen – schon seit knapp elf Jahren tischt der Restaurant-Betreiber Hasan Apaydin im «Warteck» italienische und gutbürgerliche Gaumenfreunden auf. Damit soll jedoch bald Schluss sein: «Auf Ende des Jahres werde ich den Gastrobetrieb hier einstellen», sagt der gebürtige Türke, der erst vor einigen Wochen mit seiner Frau und seinem Sohn die Bewirtung des Restaurants im Sportcenter Aarsport Wase in Birrhard übernommen hat.

Eine Veränderung musste her

Nicht immer einfach sei die Arbeit in Kaisten gewesen: «Ohne die Mitarbeit meiner Familie wäre es nicht möglich gewesen, das Restaurant so lange zu betreiben», sagt Apaydin und schiebt nach, dass er nach seiner langen Zeit in Kaisten ein neues Lokal an einem neuen Ort mit neuen Geschäftspartnern gesucht habe. Die «Warteck»-Besitzerin, Maya Winter-Rehmann, sagt: «Apaydin hat den Pachtvertrag zum 31. März aufgelöst. Es war sein Wunsch und der seiner Familie, sich zu verändern. Das muss man so akzeptieren.»

Das «Warteck» sowie eine dazugehörende 51⁄2- Zimmer-Wohnung sind bereits inseriert: «Wir suchen per 1. April einen neuen Wirt», sagt Winter-Rehmann, die in Sachen Kulinarik keine Ausrichtung vorgibt und zuversichtlich ist, einen neuen Wirt zu finden. Dies denkt auch die Cassiopeia-Wirtin Denise Herzog-Senn: «Das ‹Warteck› lief recht gut. Gerade über die Mittagszeit hatte es viele Gäste.»

Chance und Herausforderung

Und was muss ein neuer Wirt mitbringen, um in der rund 2600 Einwohner zählenden Gemeinde zu bestehen? «Klar ist, dass es bei uns im Dorf keine Laufkundschaft wie in Aarau gibt. Dies muss man kompensieren, indem man seine Gäste umso herzlicher empfängt», erklärt Herzog-Senn, welche die Grösse der Gemeinde nicht nur als Herausforderung, sondern auch als Chance betrachtet, wenn man es schafft, bei den Einheimischen anzukommen. Um anzukommen, müsse man für alle – Kinder, Frauen, Senioren – etwas anbieten. Zudem: «Man sollte bei seinem Wareneinkauf auch die im und vor Ort ansässigen Lieferanten berücksichtigen und das Restaurant am Abend für Sport- und Freizeitvereine offenhalten und mit diesen warm werden», nennt Herzog als Tipps für einen erfolgreichen Gastrobetrieb im Ort.

Der Beizen-Bedarf ist spürbar

Nicht alleine der Speisen willens, findet es Franziska Winter, Gemeindeammann von Kaisten, wichtig, dass die Gemeinde über die eine oder andere Gaststätte verfügt: «Beizen haben den Charakter einer Begegnungsstätte. Sie sind Orte, an denen man sich trifft, austauscht und in denen sich auch ein Stück des Dorflebens abspielt.» Dass diese Ansicht auch von der Kaister Bevölkerung geteilt wird, wurde an der letzen Gemeindeversammlung deutlich. Dort forderten einige Votanten, dass im Zuge der Neugestaltung des Mitteldorfes – das Restaurant Gambrinus soll abgerissen und durch ein Neubau ersetzt werden – ein neues Restaurant in einem Neubau, der von der Ortsbürgergemeinde gekauft werden soll, realisiert wird.

Gemeinderat Oliver Brem sagt hierzu: «Wir haben uns innerhalb der Kommission auch über den Wunsch der Votanten Gedanken gemacht. Die Gemeinde wird aber mit Sicherheit nicht versuchen, ein eigenes Restaurant zu betreiben.»