Hellikon
Hellikon will die Erdlöcher zur Tourismusattraktion machen

Die Gemeinde Hellikon will mit Unterstützung des Juraparkes die Löcher vermarkten, die sich vor eineinhalb Jahren auftaten. Doch nicht alle sind begeistert von dieser Idee.

Michael Hugentobler
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Die Löcher entstanden im Dezember 2009. Experten nehmen an, dass ein Hangrutsch dafür verantwortlich war, dass sich die Erde auf einem Feld oberhalb der Gemeinde plötzlich öffnete und zwei 20 Meter tiefe Löcher hinterliess.

Der Jurapark, der sich für die Natur in der Region einsetzt, gelangte letztes Jahr an die Gemeinde Hellikon mit der Idee, die Löcher für ein breites Publikum zugänglich zu machen. «Natürlich sind wir offen dafür», sagt Gemeinderätin Kathrin Hasler. Die Natur in Hellikon sei einzigartig und sie sei stolz darauf, dies zukünftigen Besuchern zeigen zu können. «Jede Gemeinde muss sich auf ihre Stärken besinnen», so Hasler.

Der Pächter ist dagegen

Eine Kooperation mit dem Jurapark würde die Gemeinde aufwerten, zudem würden fast keine Kosten anfallen. Die Besitzer des Landes, auf dem die Löcher liegen, wollen sich zu den Ideen der Gemeinde und des Juraparks noch nicht äussern: «Es bestehen zurzeit noch keine konkreten Pläne für die Löcher und wir müssen erst noch eine Entscheidung fällen», so Myriam Brogle.

Eine klare Meinung hingegen hat der Bauer Karl Schlienger, der das Land gepachtet hat und es auch bewirtschaftet. «Ich finde die Vermarktung einen Blödsinn», so Schlienger. Eine Attraktion würden die Löcher nie werden: «Besser sie werden aufgefüllt, dann ist die Sache erledigt und ich kann weiterwirtschaften.»

Gesetzlich dürfen die Besitzer dem Pächter das Land nicht wegnehmen, da eine Kündigungsfrist von mindestens einem Jahr gilt. Eine solche Kündigung ist aber eher unwahrscheinlich, da Pächter und Besitzer miteinander verwandt sind.

Kein Projekt - aber eine Idee

Sollten die Löcher tatsächlich zugeschüttet werden, würde der Kanton einen Teil der Kosten übernehmen. Der Kanton sicherte zu, im Rahmen der Sanierung von Strassen ausserhalb der Bauzone, einen Teil dieses Kredits für die Löcher aufzuwenden. Die Löcher würden dann mit Kies gefüllt. Können jedoch Jurapark, Gemeinde, Landbesitzer und Pächter eine andere Lösung finden, wäre der Kanton auch für eine Vermarktung offen.

Wie die Vermarktung im Detail aussieht, ist noch nicht festgelegt. «Es ist noch kein Projekt, es ist erst eine Idee», so Hasler. Sie fände es eine gute Sache. Aber es müsse eine Lösung her, mit der alle leben können: «Ich will nichts mit der Brechstange realisieren», sagt Hasler.

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