Hellikon
Helliker Löcher «viel zu schade zum Zuschütten»

In Hellikon starten in diesem Winter neue Untersuchungen rund um die beiden Erdlöcher, die sich im Dezember 2009 aufgetan haben. Das gaben Experten am Sonntag in einer Infoveranstaltung bekannt. Das Naturphänomen soll wenn möglich erhalten bleiben.

Hans Christof Wagner
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Geograph Ulysses Witzig stellte in der Turnhalle Hellikon das zur Anwendung kommende Verfahren Georadar vor. Dabei werde langwellige elektromagnetische Strahlung in den Untergrund geschickt. Wie sich die Wellen dabei verändern, lässt Rückschlüsse auf die Beschaffenheit des Bodens zu. Allerdings ist die Reichweite der Wellen auf nur wenige Meter begrenzt, abhängig von der Struktur des Gesteins.

Vorrangiges Ziel der Untersuchung ist es, das Umfeld der beiden Erdlöcher genauer unter die Lupe zu nehmen. Ob sich dort weitere Aushöhlungen oberflächennah befinden. Ob zusätzliche Sicherungsmassnahmen notwendig sind. Inwieweit die landwirtschaftliche Fläche um die Löcher herum gefahrlos bewirtschaftet werden kann.

In Auftrag geben wird die Untersuchung Pro Natura Aargau, die Organisation, welche die Löcher kaufen und öffentlich zugänglich machen will. Auch für die Verkaufsverhandlungen sind die neuerlichen Untersuchungen von Bedeutung.

Witzig sagte, dass die Untersuchungen mittels Georadar starten könnten, sobald der Boden gefroren sei, also frühestens im Dezember. «Je härter der Boden gefroren ist, desto besser,» sagte der Fachmann gestern. Die Prozedur, bei der das Gelände bahnenweise abgegangen wird, dauert eins bis zwei Tage. Die Ergebnisse könnten Witzig zufolge zeitnah vorliegen. Sie liessen gegenüber seismischen Untersuchungen detailliertere Rückschlüsse auf den Untergrund zu.

Bei der Versammlung sah die Öffentlichkeit zum ersten Mal auch einen Trickfilm, produziert von einem bei Pro Natura Aargau tätigen Zivildienstleistenden. Dieser stellt auf lustige Art dar, welche Chancen im Erhalt der beiden Erdlöcher liegen - als Alleinstellungsmerkmal der Gemeinde, als seltenes Naturphänomen und als Biotop für Flora und Fauna. «Die Löcher sind viel zu schade dafür, zugeschüttet zu werden, wir wollen sie als erlebbare Geologie erhalten», sagte Johannes Jenny, Geschäftsführer von Pro Natura Aargau.

Auch Frau Gemeindeammann Kathrin Hasler betonte die Chancen des Erhalts der beiden Erdlöcher. Sie werteten das Dorf auf und könnten es in der Region und darüber hinaus bekannt machen. «Das kann ein echter Publikumsmagnet werden», betonte sie. Allerdings sei eine touristische Erschliessung im grossen Stil nicht Ziel der Gemeinde. Vielmehr wolle man das Phänomen Wanderern, Naturfreunden und Schulklassen zugänglich machen.

Fast drei Jahre nach ihrer Entstehung haben sich die beiden Erdlöcher deutlich verändert. Die Ränder fallen nicht mehr so steil ab. Und durch die Auswaschung von Erde sind sie auch nicht mehr so tief wie anfangs.