Rheinfelden
«Helfen Sie uns!» – Hat es zu wenig Pflegepersonal im Altersheim Salmenpark?

Ein anonymes Schreiben macht auf angebliche Missstände im Rheinfelder Altersheim Salmenpark aufmerksam: – die Geschäftsleitung nimmt Stellung

Nadine Böni
Merken
Drucken
Teilen
Hat es im Altersheim Salmenpark zu wenig Personal? (Symbolbild)

Hat es im Altersheim Salmenpark zu wenig Personal? (Symbolbild)

Chris Iseli

«Bitte helfen Sie uns.» Das Schreiben trifft am Mittwoch per Post auf der Redaktion ein. Kein Absender, keine Unterschrift. Nur ein deutlicher Inhalt: «Das Pflegepersonal ist verzweifelt.»

Der oder die Verfasser des anonymen, eine A4-Seite langen Briefs schreiben von prekären Zuständen im neuen Wohn- und Pflegezentrum Salmenpark in Rheinfelden.

Obwohl das Zentrum erst vor wenigen Wochen eröffnet wurde, sei «das Pflegepersonal schon ausgelaugt und genervt.» Und: «Viele möchten am liebsten kündigen.»

«Zu wenig Pflegepersonal»

Als Grund dafür gibt der Verfasser an, dass «absoluter Personalmangel» herrsche. So habe das Management zu wenig Pflegepersonal eingestellt, obwohl bekannt gewesen sei, wie viele Bewohner im Haus gepflegt werden.

Die Neueintritte hätten ausserdem fast alle hohe Pflegestufen. Ihre Betreuung sei sehr zeitintensiv.

Trotzdem würde oft nur noch das nötigste gemacht. «Das Personal wird ausgenutzt, um Geld zu verdienen», heisst es im Brief weiter. «Es werden Überstunden gemacht und freie Tage verschoben.»

Geht es nach dem Verfasser des Briefs, mangelt es allerdings nicht nur an Personal – auch Material fehlt, etwa genügend Arbeitskleidung. Der letzte Satz: «Die Ist-Situation ist skandalös und unprofessionell.»

«Pflegezentrum ist im Aufbau»

Bei der Leitung des Wohn- und Pflegezentrums reagiert man überrascht auf den Vorfall: «Ich bin erstaunt, dass ein anonymer Brief an die Zeitung verschickt wurde. Ich hatte davon keine Kenntnis», sagt Geschäftsführerin Christine Hunziker-Camadini.

Auch von den angeblichen Missständen weiss sie nichts: «Intern sind keine Reklamationen aufgetaucht.»

Hunziker-Camadini betont, dass das Wohn- und Pflegezentrum erst vor wenigen Wochen eröffnet wurde.

«Wir müssen klar sehen, dass wir uns im Aufbau befinden», sagt sie. «Während dieser Zeit müssen wir damit rechnen, dass es etwas hektischer ist.»

So seien beispielsweise noch nicht alle Abläufe genau geregelt, andere müssten an die neuen Strukturen angepasst werden. «Das alles braucht die Flexibilität aller Mitarbeitenden – in der Pflege, in der Administration, in der Küche und in der Hauswirtschaft», so die Geschäftsführerin.

Derzeit leben 39 Bewohner auf der Pflege und neun Mieter in den Seniorenwohnungen. Rund 40 Pflegende arbeiten in unterschiedlichem Pensum im Salmenpark. In der Pflege sind rund 30 Stellen besetzt.

«Kontinuierlich ziehen weitere Bewohner ein. Gleichzeitig stellen wir auch laufend mehr Personal ein», sagt Hunziker-Camadini.

«Kultur des offenen Dialog»

Sie verweist auf eine «Kultur des offenen Dialogs», die sie im Salmenpark führen wolle. «Wir pflegen mit unseren Mitarbeitenden einen offenen Dialog. Dazu gehört auch, dass sie zu mir oder ihren Vorgesetzten kommen können, wenn etwas nicht stimmt», sagt Hunziker-Camadini. Genau das wünscht sie sich für die Zukunft.