Seit 250 Millionen Jahren soll es Krebse geben. Somit ist das eine der allerältesten Tierarten in unseren Breitengraden überhaupt. Schreinermeister Urs Leber aus Wil ist seit Jahrzehnten von diesem ganz speziellen Betreuungs-Hobby fasziniert.

Im alten Mühliweiher im Mettauertal gelang es, eine eigentliche Aufzuchtstation zu etablieren, gefördert und begleitet von der Sektion Fischerei des Kantons.

Im nordöstlichen Fricktal ist der Steinkrebs vorhanden und in Wittnau, wo Urs Leber vorgängig zur Jahresversammlung des Naturschutzvereins referierte, sowie im Westen der Schweiz ist der Dohlenkrebs heimisch.

Es gibt da also noch einen «Krebsgraben». Der Steinkrebs ist ein Indikator für naturnahe, strukturreiche, kühle und unverschmutzte Bäche. Wo er diesen Lebensraum vorfindet, kann sich ein Tal rühmen mit dem kostbaren Gut Wasser behutsam, schützend und vorsichtig umzugehen.

Krebse sind empfindliche Tiere. Sie reagieren schnell auf negative Veränderungen, so auf die Beeinträchtigung der Wasserqualität oder Trockenheit. Urs Leber konnte aber berichten, dass die von ihm betreute Population dieses trockene Jahr fast unbeschadet überstanden habe, weil das Krebsbächlein im Tal gut beschattet ist und auch tiefere Stellen und Unterschlüpfe vorzufinden sind, die auch den notwendigen Rückzug möglich machen. Interessant war auch seine Feststellung, dass er bei einem längeren überdeckten Bachdurchlass in Wil regelmässig unter Gesteinsbrocken Krebse auffinden kann.

Aufzuchtstation im Mettauertal

Dank der Steinkrebsaufzucht im Mettauertal konnten innert drei Jahren über 500 Jungkrebse gezüchtet werden. Ein Weibchen kann 50 bis 60 Eier ablegen, von welchen in der Regel rund 10 Prozent befruchtet sind. Die Krebse sind standorttreu.

Leber kann sogar seine «Familien» beobachten und unterscheiden. Eine ausgeklügelte Zuchtstation ermöglicht durch die Luftzufuhr, strikte Temperaturmessung und eine Vielzahl von Unterschlüpfen, dass der Grossteil der Jungkrebse überlebt.

Eine geradezu «explosionsartige» Vermehrung hat nach ersten Versuchen stattgefunden. Eine Aussiedlung in den Sulzerbach wurde bereits durchgeführt und zeigt ermutigende Anfänge für eine neue Population.

Ein beachtenswertes Artenschutzprogramm der Nordwestschweizerkantone zeigt für die Krebse erste Erfolge. Solche sind allerdings nur erreichbar dank dem jahrelangen, engagierten Einsatz von Talbewohnern, wie das Leber eindrücklich schildern konnte und selber den Worten Taten folgen lässt.