Zeihen

Heimat im Amazonas wegen Waldbränden bedroht — im Vogelpark züchtet man gegen das Artensterben

Seine Passion gilt den Vögeln: Rolf Lanz, Leiter des Vogelparks Ambigua, mit einem Gelbbrustara.

Seine Passion gilt den Vögeln: Rolf Lanz, Leiter des Vogelparks Ambigua, mit einem Gelbbrustara.

Der Vogelpark Ambigua in Zeihen peilt einen Besucherrekord an — und bekam neunfachen Zuwachs einer bedrohten Art.

Der Gelbbrustara, der auf seiner Schulter sitzt, hat es ihm angetan. Rolf Lanz, Leiter des Vogelparks Ambigua in Zeihen, schmunzelt, als der Papagei seinen Kopf um 90 Grad dreht und mit dem spitzen Schnabel sein Gesicht liebkost.

Doch nicht nur der Umgang mit seinen Liebsten, wie Lanz sie nennt, bereitet ihm Freude – Gleiches gilt für den Rückblick auf die Saison 2019, die zwar erst Anfang Dezember endet, für die er jedoch bereits jetzt ein positives Fazit zieht. «Letztes Jahr haben wir rund 7000 Eintritte gehabt, dieses Jahr werden wir voraussichtlich bei 9000 bis 10'000 Eintritten landen», sagt Lanz.

Grund für die Steigerung sei zum einen die Publizität in den Medien gewesen, sicher jedoch auch, dass man den Park für rund 100'000 Franken behindertengerecht umgebaut habe. «Wir hatten dieses Jahr wieder viele Anfragen von Altersheimen und karitativen Einrichtungen nach Führungen. Daher ist es natürlich vorteilhaft, dass der Park seit dieser Saison rollstuhlgängig ist.»

Trotz Besucherrekord auf Spenden angewiesen

Lanz verhehlt nicht, dass trotz Besucherrekord die Einnahmen nicht reichen, um die laufenden Betriebskosten zu decken. «Ohne Spenden würde es kaum gehen», sagt er. So müssen die Löhne von den Angestellten gezahlt, das Futter für rund 400 Vögel gekauft und Ausbauprojekte finanziert werden.

Eines dieser Projekte ist der Bau einer Ferienpension mit fünf Plätzen für Papageien und Sittiche, die in zwei Wochen eröffnet wird. «Wir haben immer wieder Anfragen von Leuten erhalten, die ihre Vögel temporär bei uns abgeben wollten», sagt Lanz, der nachschiebt, dass die ersten «Zimmer» bereits gebucht seien.

Neun junge Sonnensittiche kamen zur Welt

Lanz sagt, dass es ihm wichtig sei, im Vogelpark eine «blutreine» Artenzucht zu betreiben, um zum Erhalt bedrohter Vogelarten beizutragen. «Gerade beim Sonnensittich, der in den von den Waldbränden betroffenen Amazonasgebieten beheimatet ist, weiss niemand, wie viele von seiner Art überhaupt noch existieren.»

Umso erfreulicher war es für Lanz, dass seine drei Sonnensittich- Pärchen dieses Jahr neun Jungtiere zur Welt brachten. «Für kein Geld der Welt würde ich eines meiner Sonnensittich-Pärchen verkaufen», sagt Lanz.

Auf Trab gehalten haben Lanz auch die sieben Beschlagnahmungen, die er im Auftrag der Veterinärämter dieses Jahr durchgeführt hat. Manchmal, so Lanz, findet er bei den Beschlagnahmungen Vögel vor, die auf engstem Raum eingepfercht sind und sich in einem jämmerlichen Zustand befinden.

«Das mit anzusehen, tut weh», sagt Lanz, der die Vögel dann für gewöhnlich im Vogelpark unterbringt, wo sie im Quarantäne-Raum aufgepäppelt werden. «Vielen geht es nach einiger Zeit wieder gut», so Lanz. Manchmal, wenn ein Vogelbesitzer gerade auf der Suche ist, könne man einen aufgepäppelten Vogel auch gleich wieder in gute Hände geben.

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