Es war, als hätte St. Fridolin (wieder einmal) seine schützende Hand über Bad Säckingen gelegt – auch wenn es diesmal «nur» ums Wetter bei der Prozession am Sonntagvormittag ging: Just, als das Pontifikalamt im Münster zu Ende war und der Schrein mit den Reliquien des Heiligen durch die Altstadt getragen wurde, strahlte die Sonne vom stahlblauen Himmel.

Begonnen hatte der Festtag bereits um 6 Uhr mit dem Festgeläute und der feierlichen Aussetzung des Reliquienschreins sowie der Pilgermesse. Weihbischof Michael Gerber aus Freiburg war Zelebrant und Prediger im Pontifikalamt, bevor die feierliche Prozession durch die Stadt begann.

Viele Gläubige säumten den Strassenrand und genossen die feierliche Stimmung, zu der die Prozessionsteilnehmer ihren Teil beitrugen. Neben Abordnungen von Feuerwehr, Musikvereinen und Trachtengruppen gingen auch Studentenverbindungen und Korporationen im Zug mit. Traditionell zeigten die Deutschordensritter, die Kroatische und die Philippinische Mission, die Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem und die Malteser-Ritter Flagge.

«Der einzige Unterschied zwischen einem Heiligen und einem Sünder ist, dass jeder Heilige eine Vergangenheit hat und jeder Sünder eine Zukunft.» Mit diesen Worten des irischen Schriftstellers Oscar Wilde eröffnete Bürgermeister Alexander Guhl den Empfang der Stadt für die Ehrengäste und hatte gleich die Lacher auf seiner Seite.

Guhl griff in seiner weiteren Rede sein Anfangszitat auf und begründete, dass Leben und Tun der Heiligen – auch wenn sie längst verstorben sind wie St. Fridolin – in unsere Zeit weiterwirken. «Wenn wir mutig in die Zukunft schauen und uns einfachen Heilsbotschaften verwehren, bin ich mir absolut sicher, dass der Heilige eine grössere Zukunft hat als der Sünder – gerne am Beispiel des heiligen Fridolin.»