Explosion in Gansingen
Hausbesitzer lebte zurückgezogen und war einst Ziel von Hundehassern

Bei den Todesopfern von Gansingen handelt es sich ziemlich sicher um den Hausbesitzer und seine Freundin. Eine Serie von Hunde-Vergiftungen auf demselben Gelände sorgte bereits vor einigen Jahren für Schlagzeilen.

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Der Besitzer des explodierten Hauses verlor mehrere Hunde durch vergiftete Köder.

Der Besitzer des explodierten Hauses verlor mehrere Hunde durch vergiftete Köder.

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Die heftige Explosion eines Wohnhauses in Gansingen am Sonntagmorgen forderte zwei Todesopfer. Die sterblichen Überreste sind stark verkohlt und noch nicht offiziell identifiziert. Es besteht aber kaum Zweifel, dass es sich dabei um die Bewohner des Hauses handelt: Peter A. und seine Lebenspartnerin.

A. betrieb in seinem Haus ein kleines Tattoo-Studio. «Es gibt viele Tattoos im Dorf, die er gestochen hat», sagte eine Nachbarin zum «Blick». Ansonsten lebte er eher zurückgezogen, weiss CVP-Grossrat Martin Steinacher, der rund 300 Meter vom Unglücksort entfernt wohnt.

Für einige Zeit betrieb A. gemeinsam mit seiner damaligen Ehefrau eine kleine Hundezucht auf dem 2002 bezogenen Grundstück. Eine rätselhafte Serie von Vergiftungen bereiteten den Besitzern jedoch Sorgen. Zwischen 2003 und 2004 verlor das Paar drei Hunde. Unbekannte hatten mit Zyanid vergiftete Cervelat-Stücke ausgelegt. Auch der Hund eines Nachbarn starb an einer Vergiftung.

Das Feuer brach am frühen Sonntagmorgen, 17. März 2017, in einem Einfamilienhaus in der Fricktaler Gemeinde Gansingen aus. Inzwischen ist die Hausruine verschwunden.
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Die Flammen hatten das Haus weitgehend zerstört.
Nachdem die Feuerwehr den Brand gelöscht hatte, bargen Rettungskräfte zwei Leichen aus dem Innern der Brandruine.
So wüteten die Flammen am Sonntagmorgen.
Die Flammen griffen auch auf ein Haus in der Nachbarschaft über.
Die Flammen hatten das Haus weitgehend zerstört.

Das Feuer brach am frühen Sonntagmorgen, 17. März 2017, in einem Einfamilienhaus in der Fricktaler Gemeinde Gansingen aus. Inzwischen ist die Hausruine verschwunden.

Peter Rippstein

Wenige Monate später schlug der Hundehasser erneut zu. Eine Tibet-Spaniel-Hündin und ein Riesenschnauzer msusten sterben. Beide wiesen Anzeichen von Vergiftung auf. Peter A. und seine Frau sahen sich als Opfer eines gezielten Anschlags. Abgesehen vom Nachbarshund, der sich häufig auf dem Grundstück herumtrieb, waren einzig ihre Tiere betroffen. Dies obwohl es in der Nachbarschaft viele Hunde gibt.

Die Hausbesitzer errichteten in der Folge einen hohen Zaun rund um das Grundstück und installierten Überwachungskameras, wie der «Blick» schreibt. Der Täter wurde nie ausfindig gemacht.

Hegte jemand einen Groll gegen ihn? Gibt es womöglich einen Zusammenhang mit der Explosion vom Sonntagmorgen? Noch ist die Ursache völlig unklar. Fest steht lediglich, dass das Haus weder über Gasanschluss noch Ölheizung verfügte.

Die Klärung wird wohl einige Zeit in Anspruch nehmen. Denn die Wucht der Explosion war so gross, dass die Brandruine droht einzustürzen. «Wir ermitteln in alle Richtungen», sagte Kapo-Sprecherin Marianne Koch am Sonntag auf Anfrage. (cze)