Die Zukunft des Spitals Laufenburg liegt den Hausärzten im Bezirkshauptort am Herzen. Von den Abbauplänen haben die Mediziner alles andere als erfreut Kenntnis genommen. «Wir haben gewusst, dass beim GZF Überlegungen für die Zukunft angestellt werden. Vom Ausmass der Pläne wurde ich aber überrascht», sagt etwa Thomas Bleile. Er sei unzufrieden mit den vorgestellten Szenarien des GZF, so Bleile weiter. Auch sein Laufenburger Hausarztkollege Markus Aellig ist über die Abbau-Pläne nicht glücklich. Der Ruf der Chirurgie in Laufenburg habe sich in den letzten Jahren «gewaltig verbessert», betonen die beiden Hausärzte unisono. «Die Patienten aus der Region wissen, dass sie in Laufenburg kompetente Betreuung in ihrer Nähe bekommen.»

Unterstützung erhalten Aellig und Bleile von Oliver Kempe von der Gemeinschaftspraxis in Sisseln. «Ich habe stets gerne und gut mit dem Spital Laufenburg zusammengearbeitet.» Er wäre deshalb sehr traurig, wenn die vom GZF angedachten Szenarien – insbesondere Szenario 2 mit dem Wegfall der stationären Medizin – umgesetzt würden.

Patienten machen sich Sorgen

In letzter Zeit hätten sich auch jüngere Patienten wieder vermehrt für Operationen in Laufenburg einweisen lassen, so Aellig weiter. «Sie wünschen sich sonst eher das Unispital in Basel als Behandlungsort. Rheinfelden als Wunsch-Spital höre ich dagegen kaum.» Für ältere Patienten sei die Distanz ein noch wichtigeres Argument. «Hier könnte es sein, dass künftig mehr Patienten das Spital Leuggern wählen.»

In den beiden Laufenburger Hausarztpraxen sind die GZF-Pläne denn auch ein Thema unter den Patienten. «Viele machen sich Sorgen. Sie sprechen mich auf die Pläne an und haben viele Fragen», sagt Thomas Bleile. Und Aellig ergänzt, Patienten hätten ihm gegenüber auch schon ihr Unverständnis über die Pläne des GZF geäussert.

Noch wichtiger als der Erhalt der stationären Chirurgie ist für Aellig und Bleile aber die Zukunft der Notfallaufnahme. «Wird sie geschlossen, führt das zu einer Unterversorgung im oberen Fricktal», ist Aellig überzeugt. Die Hausärzte könnten den Wegfall nicht kompensieren. Bleile pflichtet dieser Aussage bei: «Ich kenne keine Hausarztpraxis im oberen Fricktal, die genügend Kapazitäten hat, um einen Verlust der Notfallabteilung aufzufangen. Wir brauchen das Spital unbedingt.»

Markus Aellig ist bereits aktiv geworden. Er hat der Verwaltungsratspräsidentin des GZF einen Brief geschrieben. «Darin habe ich sie aufgefordert, alle Hausärzte aus dem oberen Fricktal zu Gesprächen über die Zukunft zusammenzubringen.» Thomas Bleile unterstützt diese Forderung. Man müsse nun miteinander reden, um eine Lösung zu finden. «Eine Lösung zum Wohl der Bevölkerung im oberen Fricktal», wie Bleile betont. In den Gesprächen würden die Hausärzte sicher klar sagen, «dass wir uns wünschen, dass das Spital erhalten bleibt», sagt Oliver Kempe. Er gehe auch davon aus, dass sich die Bevölkerung ähnlich äussern werde. Auch die beiden Laufenburger Hausärzte erhoffen sich, dass die Bevölkerung im oberen Fricktal für das Spital Laufenburg kämpft. «Ich bin daran, die Menschen dafür zu sensibilisieren, dass es um ihr Spital geht», so Aellig.

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