Michael und Monika Steimer schweben derzeit «auf einer Euphoriewolke», wie sie selber sagen. Der Grund für den Abstecher auf Wolke 7: Sie können am Montag den Mietvertrag für eine 4-1/2-Zimmer-Wohnung in einem Zweifamilienhaus in einer kleinen Gemeinde im Bezirk Brugg unterschreiben.

Damit geht für die beiden Sozialhilfeempfänger eine lange Such-Odyssee zu Ende, die fast zu scheitern drohte. Ihre Vermieterin hatte ihnen die Wohnung in Gansingen auf Ende Juni gekündigt, weil sie das Haus verkaufen will.

Noch letzte Woche war keine Lösung in Sicht – ausser einer Baracke, die ihnen die Gemeinde als Notlösung offerierte. «Wir wollen nicht wie Krösusse leben, aber sicher auch nicht in einer Baracke», sagte Michael Steimer vor wenigen Tagen zur az.

Was die beiden besonders freut: «Wir sind am neuen Ort von ganzem Herzen willkommen, ohne Wenn und Aber. Das ist ein Super-Gefühl.»

Michael Steimer nennt den Sucherfolg «eine Fügung» (es war das einzige ernsthafte Angebot), Monika Steimer vergleicht es mit einem Blind Date: «Da wäre es Liebe auf den ersten Blick.»

Gut verstehen sich am neuen Wohnort nicht nur die Menschen («wir waren sofort alle per du»), sondern auch die Vierbeiner. Der Hund, der in der Parterrewohnung lebt, hat sich bereits mit ihren beiden Hunden angefreundet.

Zügeltermin ist am 10. Juli («der Vermieter muss die Wohnung noch räumen, vorher geht es einfach nicht»). Das sorgte nochmals für etwas Aufregung, denn der Vertrag läuft ja Ende Juni aus. Die Vermieterin stimmte dann aber der Fristverlängerung um zehn Tage zu.

Der Umzug ist für die Familie Steimer mehr als lediglich ein Wohnungswechsel. «Wir bekommen die Chance, neu zu starten.»