Der Planungsverband Fricktal Regio braucht einen neuen Präsidenten: Hansueli Bühler tritt nach elf Jahren an der Abgeordnetenversammlung als Repla-Präsident zurück. Dies bestätigt Bühler auf Anfrage der az. Gleichzeitig scheidet Mitte September auch Stefan Bühler, ehemaliger Gemeindeammann von Ueken, aus dem Vorstand aus.

«In einem Brief haben wir die Gemeinden aufgefordert, uns mögliche Kandidaten für den Vorstand zu melden», erklärt Bühler. Eine Exekutivfunktion in einer Gemeinde sei zwar nicht Pflicht, um in den Vorstand gewählt werden zu können, «aber sehr erwünscht». Wichtig sei, dass grosse, mittlere und kleine Gemeinden im siebenköpfigen Vorstand vertreten seien und dass die Mitglieder aus allen Teilen des Fricktals stammten, so Bühler. Erste Kandidaturen liegen laut Bühler bereits vor. Mehr will er vor den Gemeindeammänner-Konferenzen der beiden Bezirke von Ende August nicht sagen. Auch zur Frage, wer ihn als Präsident dereinst beerben könnte, schweigt sich Bühler aus. Nur so viel: «Es wird eine vorstandsinterne Kandidatur geben.»

«Eine intensive Zeit»

Als Grund für seinen Rücktritt führt Bühler sein Alter an. «Mit 70 muss man seine Kräfte dosierter einsetzen», sagt Bühler, der gleichzeitig Gemeindeammann von Stein ist und der für die FDP sechs Jahre im Grossen Rat sass. «Zudem braucht jeder Verband ab und an neue Kräfte mit neuen Ideen.»

Bühler hat die elf Jahre als Präsident als «intensive und interessante Zeit» erlebt. Als Highlight bezeichnet er die Erarbeitung des Regionalen Entwicklungskonzepts, die 2009 in der Unterzeichnung der Fricktal-Charta gipfelte. «Es war nicht einfach, eine Charta zu formulieren, die für alle Mitgliedsgemeinden stimmt.» Fricktal Regio ist mit 35 Gemeinden der klar grösste Planungsverband im Aargau. Die Schwierigkeit, 35 Gemeinden mit zum Teil sehr divergierenden Interessen, Ausgangslagen und Vorstellungen unter einen Hut zu bringen, war für Bühler «eine stets neue Herausforderung». Nicht immer fand sich ein gemeinsamer Nenner «und so mussten wir auch bei einigen wichtigen Themen – etwa dem Neuen Finanzausgleich – auf eine gemeinsame Stellungnahme verzichten.»

Dass der Planungsverband keine Entscheide fällen kann und nur dann aktiv wird, wenn es die Verbandsgemeinden wünschen, macht die Arbeit laut Bühler zwar aufwendiger. «Aber es ist richtig, dass der Planungsverband nicht als Entscheidgremium konzipiert wurde.»

Stolz ist Bühler, dass es ihm und seinem Fricktal-Regio-Team «ganz gut» gelungen sei, die Identität der Marke Fricktal weiter zu stärken. «Die Region wird heute vermehrt als Einheit wahrgenommen», sagt Bühler. «Das gibt dem Fricktal eine stärkere Stimme – auch in Aarau.»