Nachruf
Hanspeter Müller: Er war der Botschafter des Schupfart Festivals

Vor 50 Jahren hat der Schupfarter Hanspeter Müller den Grundstein für das Schupfart Festival gelegt. Am 6. November hat das Herz von HP Müller, wie er von vielen genannt wurde, aufgehört zu schlagen.

Susanne Hörth
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Er hinterlässt eine grosse Lücke: Hanspeter Müller.

Er hinterlässt eine grosse Lücke: Hanspeter Müller.

Archiv/Ach

«HP Müller. Hast Du morgen Platz in der Zeitung. Ich komme nachher schnell vorbei». Kurz und ohne Umschweife kommt der Anrufer auf den Punkt. Legt auf. Worum es geht, brauchte er nicht zu sagen. «Gäbe es ein Synonym für das Schupfart Festival so wäre das Hanspeter Müller», sagte kürzlich ein Fricktaler.

Hanspeter Müller wird nicht mehr anrufen. Nicht mehr als Botschafter für das weitherum bekannte Schupfart Festival unterwegs sein. Das Herz des 71-Jährigen hat am Donnerstag aufgehört zu schlagen. Völlig unerwartet wurde der grosse Mann aus einem sehr aktiven Leben gerissen.

«Hanspeter Müller und ich...

...waren gute Kollegen, wir waren uns freundschaftlich sehr verbunden. Für mich, das Dorf und die Region bedeutet der Tod von Hanspeter ein sehr grosser Verlust.» Roland Brogli, Regierungsrat

Ein Verein, bei dem der Verstorbene im vergangenen Jahr seine 50-jährige Mitgliedschaft feiern durfte. Fast 40 Jahre war er im Verein als OK-Präsident tätig, sorgte massgeblich dafür, dass das Schupfart Festival zu einem der grössten Musikevents in der Nordwestschweiz wurde. Den Grundstein für das Schupfart Festival legte er, als er gerade einmal 21-jährig, 1964 den damals angesagten Hazy Osterwald in die Fricktaler Gemeinde holte.

Miba-Direktor

Dass seine Stärken im Organisieren und Marketing liegen, hat Hanspeter Müller schon früh festgestellt. Er nutzte diese Fähigkeiten auch beruflich. Als gelernter Buchhalter begann er 1970 beim Milchverband Basel (Miba). Stieg dort schnell die Karrieretreppe hinauf, wurde schliesslich Direktor der Miba.

Müller verstand es bestens, trotz grosser Anforderungen im Beruf die ebenso grossen Herausforderungen als Präsident des Schupfart Festivals zu meistern. Nach seiner Pensionierung im April 2005 freute es ihn gleichwohl, dass er sich jetzt noch mehr Zeit für das Festival nehmen konnte. Auch wenn er bereits 2002 das OK-Präsidium an seine Tochter Yvonne übergeben hatte, war HP Müller bis zuletzt eine grosse und wichtige Stütze in den vielen Aufgaben rund um die Organisation und Durchführung des Festivals.

Im Gespräch mit der az erzählte er kürzlich voller Begeisterung von den Konzerten und Veranstaltungen, die er besucht hat, kannte die Namen der angesagten Top Acts in allen Musiksparten. Gemeinsam mit den eingespielten OK-Mitglieder verstand er es, den Puls des Publikums zu spüren. Und damit auch die begehrten Künstler auf die Schupfarter Bühne zu bringen. Ob Gotthard, Nena, Gölä, Bligg, Truck Stop, Peter Kraus, Beatrice Egli und ganz, ganz viele mehr: Hanspeter Müller hat sie alle live kennen gelernt. Auf und neben der Schupfarter Festivalbühne.

Sehr bestürzt und erschrocken zeigte sich Regierungsrat Roland Brogli. «Hanspeter Müller und ich waren gute Kollegen, waren uns freundschaftlich sehr verbunden. Für mich, das Dorf und die Region bedeutet der Tod von Hanspeter ein sehr grosser Verlust.» Hanspeter Müller sei einer gewesen, der sehr aktiv und motiviert war. «Einer der auch andere mobilisieren konnte.»

Gemeinderat und Grossrat

Hanspeter Müller war neben seinem Beruf und den vielen Engagements innerhalb des VMC Schupfart auch politisch tätig. Unter anderem als Gemeinderatsmitglied von 1974 bis bis 1985, davon die letzten vier Jahre als Vizeammann. Von 1981 bis 1984 sass er zudem für die CVP im Grossen Rat. Bernhard Horlacher, Gemeindeammann von Schupfart zeigt sich sehr betroffen vom Tod von Hanspeter Müller. «Ein grosser Verlust für die Familie und die Gemeinde.»

Zum 90. Geburtstag des VMC Schupfart und gleichzeitig dem 25-Jahre-Jubiläum gab der Verein den Film «Freiwillig obligatorisch» heraus. Für kaum einen anderen trifft der Filmtitel so sehr zu wie bei Hanspeter Müller. Er, der engagierte Freiwillige, hinterlässt eine grosse Lücke. Eine, die wohl nie ganz geschlossen werden kann.

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