Die Pure Production AG in Zeiningen produziert und handelt seit rund einem Jahr mit legalem Hanf, sogenanntem CBD-Cannabis. Nun kritisiert die Stiftung Sucht Schweiz im «Blick» die Aufmachung auf den Verpackungen des Unternehmens. Diese seien für Kinder attraktiv und daher ungeschickt. Für die nicht-psychogen wirkenden Tabakersatzprodukte wirbt Pure Production mit einem Zwerg und einem Einhorn im Komik-Stil auf buntem Hintergrund.

Stevens Senn, Geschäftsführer der Pure Productions AG, nimmt diese Kritik ernst. «Unsere CBD-Produkte unterliegen dem Jugendschutz. Wir verkaufen an keinen, der unter 18 Jahre alt ist», betont Senn. Auch generell erhält nur derjenige Zutritt zum Shop, der volljährig ist. «Dennoch nehmen wir auch diese Kritik für unsere Produkte gerne als Input auf, in einem Markt, der einem schnellen und ständigem Wandel unterliegt», sagt er.

Rauschfreier CBD-Hanf boomt

Rauschfreier CBD-Hanf boomt

Seit der CBD-Hanf legalisiert worden ist, boomt die Firma «Pure Production» von Stevens Senn. Einblick in die Zeiniger Hanfproduktion.

Befragung unter Volljährigen

Doch wieso wirbt das Unternehmen eigentlich mit diesen Fabelwesen? Pure Productions hat 600 seiner Konsumenten über 20 Motive zur Bewertung vorgelegt. Das Einhorn und der Alpenzwerg wurden als Favoriten ausgewählt. «Unter den Befragten war keiner dabei, der unter 18 Jahre alt war. Es ging uns rein darum, das Sujet für unsere Zielgruppe ansprechend zu gestalten», sagt Senn.

Zwar seien die Verpackungen auffällig, man müsse sich aber auch in einem stark umkämpften Markt behaupten, auf dem sich mittlerweile über 400 Händler tummeln.

Thomas Beutler, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz, sagt zum Design: «Natürlich finden auch Kinder und Jugendliche die Aufmachung der Verpackungen attraktiv.» Die Wahrscheinlichkeit, dass diese deswegen tatsächlich CBD-Produkte erwerben, hält er für recht unwahrscheinlich. «Solche Produkte fallen mit rund 20 Franken pro Schachtel aufwärts nicht in die Preiskategorie von Minderjährigen.»

Von einem rechtlichen Verbot ist das Design der Schachteln jedenfalls weit entfernt: «Werbung für Tabak- oder Tabakersatzprodukte kann nur untersagt werden, wenn sie sich ausschliesslich an Minderjährige richtet», sagt Beutler. Also beispielsweise wenn Stofftiere an Kinder verteilt werden, welche die Aufschrift einer Zigarettenmarke tragen.

Senn ist überzeugt, dass seine CBDProdukte mehr gesundheitlichen Nutzen als Schaden bringen. «Es gibt mehr Menschen, die den Tabakkonsum durch den CBD-Konsum ersetzen als Menschen, die über den CBD-Konsum mit dem Rauchen von Tabak beginnen.»