Bezirksgericht Rheinfelden

Halterin wegen ausgebüxter Ziegen angeklagt: «Sucht man das Gespräch, macht sie sich mit dem Auto davon»

Ziegen entwischt: Halterin vor Gericht

Ziegen entwischt: Halterin vor Gericht – der Beitrag von TeleM1

Wegen Morddrohungen und ungenügender Aufsicht ihrer Tiere steht eine Fricktaler Landwirtin vor dem Bezirksgericht Rheinfelden.

Auf dem Betreibungsamt in Rheinfelden kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen der Amtsleiterin und Nora (Name geändert). Auch am Telefon kam es zu unschönen Szenen. So soll Nora Sätze wie: «Ich hatte schon zweimal eine Fürsorgerische Freiheitsentziehung und es braucht nicht mehr viel, dann werde ich zur Mörderin», gesagt haben. Sie wurde daraufhin zu einem Gespräch mit der Leiterin aufgeboten, das ebenfalls vorzeitig beendet werden musste. Darauf reichte die Amtsleiterin eine Klage gegen Nora ein.

Eine zweite Klage wurde aufgrund von Tätlichkeiten gegenüber einer Privatperson eingereicht und in einer dritten wurde sie angeklagt, ihre Ziegen und die anderen Tiere nicht ordnungsgemäss zu halten, weshalb sie dauernd ausbrechen und den Wald und den Nachbarshof verwüsten. Von rund 150 Eschen sollen Noras Ziegen die Rinden im angrenzenden Wald der Gemeinde Magden abgefressen und so die Bäume zum Austrocknen gebracht haben. «Versucht man ihr zu erklären, dass ihre Ziegen ausgebüxt sind, so knallt sie einem die Tür vor der Nase zu oder macht sich schnell mit ihrem Auto davon», erzählt eine Zeugin. Einem weiteren Zeugen hatte sie angeblich mit einem Metallstock einen leichten Schlag auf den Kopf versetzt.

Die Staatsanwaltschaft fordert eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 60 Franken und eine Busse von 2000 Franken. Bei Nicht-Begleichung droht ihr eine Ersatzfreiheitsstrafe von 34 Tagen.

Richterin musste einschreiten

Die leicht aufbrausend wirkende Angeklagte bestritt vor Gericht sämtliche Punkte der Anklage und unterbrach die anderen Redner, sobald sie anderer Meinung war oder Einwände hatte. Dies ging so weit, dass die Richterin ihr mehrmals mit einer Geldstrafe drohen musste, um für Ruhe im Saal zu sorgen. Ihr Anwalt fordert bezüglich der Anklage wegen Morddrohungen einen völligen Freispruch, da die Leiterin die einzige Person sei, die eine Klage einreichte, obwohl ihrer Aussage zu Folge noch andere Personen involviert waren. Möglicherweise habe sie die Worte von Nora als Drohung wahrgenommen, obwohl dies gar nicht der Fall gewesen sei.

Der Prozess wird morgen mit den Plädoyers fortgesetzt.

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