Sisseln
Hallenbad Sissila: Höhere Miete, aber treue Kunden

Die Schwimmschule in Sisseln erhielt ein positives Feedback. Wegen des neuen Betriebskonzepts steigen nun aber die Mieten für Vereine im Hallenbad.

Marc Fischer
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Das Hallenbad Sissila in Sisseln schreibt rote Zahlen – ein neues Betriebskonzept soll dies ändern.

Das Hallenbad Sissila in Sisseln schreibt rote Zahlen – ein neues Betriebskonzept soll dies ändern.

Marianne Doornenbal;zvg;

Das Hallenbad Sissila erwirtschaftet jährlich einen operativen Verlust von rund 300'000 Franken. Mit einem neuen Betriebskonzept will der Sissler Gemeinderat dieses operative Minus um gut 100'000 Franken senken. Es sieht vor, die Nutzungen künftig zu trennen. An den Vormittagen unter der Woche wird das Bad ab August von Schulen genutzt, Vereine und Schwimmschulen können das Bad künftig am Montag- und Freitagnachmittag mieten und für die Öffentlichkeit steht es zu den übrigen Zeiten zur Verfügung (die AZ berichtete).

Stark davon betroffen sind die Mieter, die im Hallenbad Vereinstrainings abhalten, Kurse anbieten oder eine Schwimmschule führen – insbesondere die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG) Fricktal. «Die Kosten für die Miete steigen deutlich», sagt Präsident Volker Joh. Es werde künftig nicht mehr möglich sein, die Vereinstrainings für den Rettungsschwimmernachwuchs im gleichen Umfang durch die Einnahmen der Schwimmschule querzusubventionieren wie bisher. «Der Mitgliederbeitrag muss deshalb wohl erhöht werden», so Joh. Wie stark, sei noch offen, da man die finanziellen Folgen des neuen Betriebskonzepts noch nicht genau abschätzen könne. Unter anderem laufen auch Gespräche mit Interessenten wie kleineren Schwimmschulen, die sich allenfalls als Untermieter bei der SLRG einmieten. Ebenfalls noch offen ist, ob die SLRG noch gleich viele Vereinstrainings anbieten kann wie bisher.

"Wir wünschen uns, dass das Hallenbad für alle Nutzer erhalten bleibt", sagt Elisabeth Periclès, Leiterin der Schwimmschule SLRG Fricktal.

"Wir wünschen uns, dass das Hallenbad für alle Nutzer erhalten bleibt", sagt Elisabeth Periclès, Leiterin der Schwimmschule SLRG Fricktal.

Zur Verfügung gestellt

Positives Feedback der Eltern

Klar ist: Die Schwimmkurse der SLRG-Schwimmschule finden ab August nur noch am Montag und Freitag statt wie bisher an allen Wochentagen statt. Zudem sind weiterhin Intensivwochen in den Schulferien geplant. Elisabeth Periclès, Leiterin der Schwimmschule, hat bei den Eltern bereits eine Umfrage durchgeführt, ob ihre Kinder an einem der beiden verbleibenden Tage die Kurse besuchen können. «Das Ergebnis ist positiv», sagt sie. Von 200 Fragebögen sind 120 zurückgekommen. «Die grosse Mehrheit kann an einem oder an beiden Tagen die Kurse besuchen», so Periclès.

Das neue Betriebskonzept bringe auch Vorteile mit sich, sagt die Leiterin der Schwimmschule. So finden künftig bis zu fünf Kurse gleichzeitig statt. «Das ist ein Vorteil für Eltern mit mehreren Kindern.» Und auch der Kontakt unter den Gruppen und den Leiterinnen werde so verstärkt. Zudem werden die Kurse für die Teilnehmer kaum teurer. «Wir verrechnen künftig einen Kombi-Preis für Eintritt und Kurs», so Periclès. Ein Nachteil dagegen sei, dass die Schwimmschule das Hallenbad gleich für ein ganzes Jahr mieten soll, während die Kursanmeldungen pro Quartal erfolgen. «Das bedeutet ein finanzielles Risiko für die Schwimmschule», sagt die Leiterin der Schwimmschule. Man sei allerdings diesbezüglich noch in Gesprächen mit der Gemeinde.

Schade sei auch, so Periclès weiter, dass künftig Eltern und Geschwister von Kursteilnehmern, während der Kurszeiten das Bad nicht mehr besuchen können. «So wurden bis anhin einige Eintritte generiert», sagt sie. Und auf Eintritte von Privaten sei das Bad angewiesen. «Wir wünschen uns, dass das Hallenbad für alle Nutzer erhalten bleibt», betont Periclès. «Dafür reicht eine ausgelastete Schwimmschule aber nicht aus. Es braucht auch die Öffentlichkeit.»

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