Das Hallenbad kostet die Gemeinde Sisseln jedes Jahr viel Geld. «Das operative Defizit beträgt jährlich rund 300 000 Franken», sagt Gemeindeammann Rainer Schaub. Hinzu kommen Investitionen, die abgeschrieben werden müssen, sodass sich die Gesamtkosten gar auf 400 000 bis 500 000 Franken pro Jahr belaufen. «Das entspricht rund 15 Prozent der Steuereinnahmen», so Schaub, «langfristig ist ein solcher Verlust nicht tragbar.»

Die Probleme haben sich seit der Sanierung im Jahr 2011 akzentuiert. Eigentlich hatte man sich erhofft, das betriebliche Defizit senken zu können. Nun ist das Gegenteil eingetroffen. «Die Unterhaltskosten gingen zwar zurück», erklärt Schaub, «gleichzeitig gingen aber die Umsatzzahlen auch zurück und durch die Erweiterung des Angebots stiegen überdies die Personalkosten.»

Deshalb hat der Gemeinderat nun Massnahmen ergriffen. «Unsere erste Priorität ist der Erhalt des Hallenbades», betont Schaub. Doch das operative Defizit müsse deutlich gesenkt werden. Ziel der Sanierung sei gewesen, den operativen Verlust auf 200 000 Franken zu senken. Jetzt peile man erneut an, diese Summe zu unterschreiten.

Verschiedene Nutzungen trennen

Erreicht werden soll dies mit einem neuen Betriebskonzept, das im August nach den Sommerferien in Kraft tritt. «Wir werden künftig die verschiedenen Nutzungen trennen», so Schaub. Konkret heisst dies, dass die Vormittage an Werktagen den Schulen von Sisseln und Gemeinden aus der Umgebung vorbehalten sind, die mit ihren Klassen das Hallenbad besuchen.

Am Montag- und Freitagnachmittag wird das Hallenbad künftig an Schwimmschulen und Vereine vermietet. Die Öffentlichkeit kann das Hallenbad künftig dienstags, mittwochs und donnerstags an den Nachmittagen sowie an den Wochenenden nutzen. Die Öffnungszeiten werden dabei leicht gekürzt. «Wir haben darauf geachtet, wann das Bad heute frequentiert ist», so Schaub. Dem Gemeindeammann ist bewusst, dass das neue Konzept «für alle eine gewisse Reduktion bedeutet». Andererseits sagt er auch: «Neu haben alle Nutzer das Bad an ihren Tagen jeweils exklusiv für sich.»

Durch das neue Konzept ergeben sich in erster Linie Einsparungen, da es an den nichtöffentlichen Tagen weder im Bistro noch an der Kasse Personal braucht und auch kein aktiver Badmeister benötigt wird. «Unsere Angestellten werden in dieser Zeit andere Tätigkeiten im Hallenbad ausüben, die derzeit von Externen gemacht werden», erklärt Schaub.

Allein die externen Reinigungskosten belaufen sich bislang auf rund 80 000 Franken pro Jahr. Weiter werden die Mieter des Hallenbads künftig tiefer in die Tasche greifen müssen. «Wir wollen dabei nichts verdienen, aber auch nicht mehr subventionieren. Die Kosten müssen gedeckt sein», so der Gemeindeammann. Die Preise für die Öffentlichkeit bleiben dagegen gleich.

Schaub hofft, dass die Massnahmen rasch greifen. «2018 ist sicher noch ein Übergangsjahr, doch 2019 sollten wir uns auf der Zielgeraden befinden», sagt er. Sollte sich das operative Defizit trotz der neuen Massnahmen nicht senken lassen, «müssten wir wohl 2020 das Ganze nochmals vertieft anschauen», so Schaub. Er sei aber zuversichtlich, dass der Verlust reduziert werden könne. «Wir möchten den Einwohnern und der Region auch künftig das Bad bieten. Es gehört zum Dorf und zum Image.»