«Dinosaurier lassen viel Spielraum für Fantasie, für Vermutungen. Wir wissen, dass es Dinos gegeben hat, dass es viele Verschiedene von ihnen gegeben hat, aber wie sie wirklich aussahen und gelebt haben, können wir vielfach nur vermuten und herleiten», so die junge Geologin Andrea Oettl aus Frick. Seit Anfang 2014 leitet sie das international bekannte Sauriermuseum in Frick, verbindet das Wissenschaftliche ihrer Arbeit auch gleichzeitig mit der Faszination für eine Millionen von Jahren zurückliegende Zeit. Eine Zeit, in der im heutigen Gemeindegebiet von Frick grosse Urwesen gelebt haben. «Wir finden Knochen, können das Gestein analysieren und müssen daraus versuchen, uns ein vernünftiges Bild der damaligen Umwelt zu machen. Und jeder neue Fund trägt ein weiteres Puzzlestück zum Gesamtbild bei. Das Puzzle wird aber wohl nie vollständig werden, was auch gut ist, sonst ginge ja die Faszination verloren», lässt Andrea Oettl ihre Freude an der Arbeit spüren. Eine Arbeit, die sie als sehr vielfältig und abwechslungsreich empfindet. «Durch die bescheidene Grösse darf ich mich um alle möglichen Aspekte kümmern, von der Auskunft zum Klopfplatz über Reservationen und Angeboten für Führungen und Events bis zur Planung neuer Sonderausstellungen, aber auch um Werbung und Anfragen aller Art.»

So sehr sie den wissenschaftlichen Bereich ihrer Aufgabe schätzt, so sehr geniesst sie auch die Begegnung mit den Menschen. Dies vor allem bei Führungen. «Jede Gruppe ist wieder anders und man spürt in den ersten paar Sekunden, wie die Stimmung ist. Hinzu kommt die Neugier bei den Kindern», sagt sie und fügt schmunzelnd an: «oder haben Sie sich schon mal gefragt, ob Dinos kitzlig seien.» Aber auch die fachlich fundierten Diskussionen mit Erwachsenen sind für sie sehr wichtig.

Wissenschaftlich Beachtung

Das Sauriermuseum in Frick geniesst bei der Bevölkerung eine gute Akzeptanz. Gleichwohl verhehlt Andrea Oettl nicht, dass der Bekanntheitsgrad noch etwas grösser sein dürfte. In der internationalen Fachwelt hingegen kennt man Frick als sehr gute Fundstelle für Dinosaurier aus der späten Trias. Dazu sagt die Geologin: «Die fachliche Beachtung erhält das Museum vor allem durch wissenschaftliche Publikationen über die Fricker Dinosaurier. Hier leisten vor allem Mitarbeiter der Uni Zürich und der Uni Bonn wichtige Arbeit. Gerade habe ich eine Anfrage aus Australien erhalten betreffend eines Besuchs, um unser Material anzuschauen und untersuchen zu können.» Sie ist überzeugt, dass Frick auch weiterhin in Fachkreisen von sich reden machen wird. Schliesslich sei noch längst nicht das letzte Skelett ausgegraben. Mit letzterer Aussage macht Andrea Oettl auch klar, dass sie überzeugt ist, dass die Tongrube in Frick noch weitere wertvolle Funde preisgeben wird.

«Die teils vollständigen Plateosaurier, der Raubdinosaurier, die Schildkröte vom Frickberg, der noch unbekannte Pflanzenfresser von 2013, das sind alles schon einmalige Funde und da sind mit Sicherheit noch weitere Überraschungen vorhanden, die darauf warten, ausgegraben und erkannt zu werden.» Sie selbst gräbt auch, würde dies sogar gerne noch mehr machen. Das Graben sei ein schöner Ausgleich, man könne dabei richtig Hand anlegen. «Zudem sind es wertvolle Erfahrungen, da ich aufgrund der eigenen Grabungserfahrungen bei Führungen viel einfacher erzählen oder Fragen beantworten kann. Die Stimmung unter den Grabungshelfern ist stets gut, man macht Sprüche und jeder hofft natürlich, die Sensation zu finden.»

Immer wieder wird die Vision eines grösseren, zentral gelegenen Sauriermuseums in Frick formuliert. Andrea Oettl meint dazu, dass der Wunsch durchaus Chancen für eine Realisierung habe. Denn auch die Gemeinde habe mittlerweile erkannt, was für eine einmalige Situation es hier in Frick habe und was daraus gemacht werden könnte. «Aber bis die Vision Wirklichkeit wird, werden meiner Meinung nach noch 10 bis 15 Jahre vergehen. Es ist aber richtig und wichtig, dass wir jetzt schon davon sprechen und uns Gedanken dazu machen; auch in kleinen Schritten kommt man ans Ziel.»

Einer dieser Schritte sei die eben zu Ende gegangene Aktion Dino-Sitzkunst 2014 gewesen. Ein Schritt auch, um die Bevölkerung für die Dinos zu sensibilisieren. «An interessantem Material zum Ausstellen fehlt es auf jeden Fall nicht» so Andrea Oettl.