Zeihen
Gut vorbereitet und mit ein bisschen Hollywood-Gefühl ins TV-Studio nach Zürich

Die Fünft- und Sechstklässler aus Zeihen erlebten am Mittwoch einen ganz speziellen Tag. Um 9.15 Uhr ging es für sie auf nach Zürich ins Studio des Schweizer Fernsehens wo die Sendung «1 gegen 100» aufgezeichnet wird.

Nadine Pfeifer
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Die fünfte und sechste Klasse aus Zeihen durfte für die Aufzeichnung von «1 gegen 100» mit dem Reisecar zum Studio des Schweizer Fernsehens reisen.Nadine Pfeifer

Die fünfte und sechste Klasse aus Zeihen durfte für die Aufzeichnung von «1 gegen 100» mit dem Reisecar zum Studio des Schweizer Fernsehens reisen.Nadine Pfeifer

Nadine Pfeifer

Beim Schüler-Special treten vier «Promis» im Team mit einer Klasse aus ihrer alten Schule an. Weil Michel Birri, der SRF-3-Hitparade- und Zambo-Moderator in Zeihen aufgewachsen und zur Schule gegangen ist, wurde Klassenlehrer, Walter Schwarb, angefragt, ob die Klasse Lust hätte, gemeinsam mit Birri um die Siegesprämie von 30 000 Franken zu spielen. Mit dieser möchte die Klasse dann ein grosses Schiff für den Pausenhof kaufen, auf dem geklettert und gespielt werden kann.

Die Klasse, bestehend aus der fünften und sechsten Schulstufe, liess sich nicht zweimal bitten. «Alle Schüler waren sofort dabei und freuen sich riesig», sagt Klassenlehrer Walter Schwarb. Seit sie von ihrer Teilnahme wussten, übten die Schüler täglich im Klassenverband. Sie haben sich Fragen ausgedacht und aufgeschrieben, oder Spiele wie «Wer wird Millionär» mit zur Schule gebracht. Dafür haben sie sich meistens am Morgen etwa 20 Minuten Zeit genommen und kurze Quizrunden gemacht. Ausser Üben mussten sie auch drei Vorschläge für den sogenannten Einzelspieler machen, der im Spiel vor der Wand mit den 100 Schülern aus vier Klassen stehen wird. Dafür wählten sie drei gute Schüler, die möglichst kommunikativ sind. Benedikt, der schliesslich zum Einzelspieler erkoren wurde, sagt: «Der Einzelspieler sollte sich nicht gleich unter dem Tisch verstecken, wenn er die Kameras sieht.»

Einen Grund sich unter dem Tisch zu verstecken, hat keiner der elf- bis zwölfjährigen. Die Klasse ist gut vorbereitet und überzeugt, dass sie gute Chancen hat. Die Zeiher kennen ihre Stärken, vor allem in den Naturwissenschaften haben die Schüler aus der ländlichen Gemeinde vor, zu punkten.

Letzte Vorbereitungen

Am Morgen vor der Abfahrt nach Zürich ist die Aufregung gross. Die Plätze des Reisecars, der schon auf dem Parkplatz vor dem Volg wartet, sind innert wenigen Minuten gefüllt, die Kinder angeschnallt und die Fahrt kann losgehen. Ein Schwertransport, beladen mit einem Schiff – passend zum Kletterschiff, das sich die Schüler wünschen – fährt auf der Autobahn eine ganze Weile vor dem Car her und wird von der Polizei eskortiert. Man könnte fast meinen, die Eskorte gelte der Schulklasse unterwegs zu ihrem grossen Fernsehauftritt.

Im Bus werden neben Spielen wie «Ich sehe was, das du nicht siehst» und «Tat oder Wahrheit», auch viele Fotos gemacht und noch ein paar letzte Übungsfragen besprochen. Auf Alines Notizblatt steht zum Beispiel die Frage «Wie viele Einwohner hat Vietnam?» Aber vielleicht sind die Fragen im Studio dann auch viel einfacher, als die, welche die Klasse vorbereitet hat. Eine Gruppe Schülerinnen scherzt: «Vielleicht kommt ja auch so eine kinderleichte Frage wie letzten Montag!» Ihre Mitschülerin ergänzt: «Da wurde gefragt, welches Körperteil eine Nähmaschine hat. Das konnten ja nur die Füsslein sein.»

Kaum sieht man das rote SRF-Logo, jubeln und applaudieren die Schüler im Bus lautstark. Ausser der guten Laune, drei Lehrpersonen und den letzten Trainingsfragen sind auch ausreichend Traubenzucker für die Konzentration mitgereist. Die Vorfreude darauf, im Fernsehen zu kommen wird auch von einer guten Portion Ehrgeiz begleitet.

«Das Ding dreihe»

Beim Vorbeifahren an einer anderen Klasse, die bereits auf dem Trottoir wartet, werden die Konkurrenten eingehend gemustert. «Die sehen nicht aus, als wären sie schlauer als wir», tönt es leise aus dem hinteren Teil des Cars. Ein Schüler fragt: «Wenn wir gewonnen haben, nennen wir die anderen dann Loser?» Die Ermahnung des Lehrers «Zuerst müssen wir noch gewinnen» wird nicht weiter kommentiert.

Kurz vor dem Aussteigen wird noch ein letztes Mal der einstudierte «Schlachtruf» aufgesagt: «Mir sin d’Schüeler us Zeihe und zämme mit em Michel düen mir das Ding dreihe!» Danach startet die Klasse in einen langen und aufregenden Tag im Fernsehstudio.

Das Schüler-Special von «1 gegen 100» wird am Samstag, 25. April, ausgestrahlt.