Dort ist seit Samstag die Ausstellung «bien cuit – Skulpturen und Objekte aus Keramik» zu sehen. Die Eröffnung fand im Beisein der beteiligten Künstler Selina Baumann, Martina Böttiger, Matthias Frey, Uwe Karlsen und Erwin Rehmann statt.

Risse und Brüche kommen vor

Die Ausstellungsmacher um Kuratorin Cornelia Ackermann und dem technischen Museumsleiter Daniel Waldner wagen dabei einen neuen Ansatz: Sie präsentieren keine Bildhauerei im traditionellen Sinn, sondern ausschliesslich zeitgenössische Kunst aus gebranntem Ton. Die fünf Künstler gehen experimentierfreudig und individuell mit dem Werkstoff um – auch unvoreingenommen, spontan und kontrolliert.

Daraus hat sich eine im künstlerischen Ausdruck und in den Motiven vielfältige Schau entwickelt. Die Gemeinsamkeit besteht aus dem Werkprozess: Die Künstler formen oder giessen die Objekte, brennen sie bei über 1000 Grad Celsius, überziehen sie oft mit Glasuren und setzen sie nochmals einem Brand aus. Das kann auch mal schiefgehen. «Mit Unvorhergesehenem wie Rissbildung und Brüchen muss ständig gerechnet werden», erklärte Ackermann. «Als Kunstschaffender ist man dann froh, wenn nichts schief läuft und das Werk gelungen ist, eben ganz im Sinne von bien cuit.»

Skulpturen von Rehmann

Bien cuit: Was in der kulinarischen Terminologie «gut durchgebacken» bedeutet, wird im Rehmann-Museum mit Materialkenntnis und Technik gleichgesetzt. Diese sind aus Sicht der Kuratorin Voraussetzung, um die Eigenschaften des Materials auszureizen.

Weshalb die Ausstellung Arbeiten aus Ton in den Mittelpunkt rückt, ist auf eine Werkgruppe des Museumsgründers Erwin Rehmann zurückzuführen. Er hat schon früh mit dem Werkstoff zu experimentieren begonnen und sich bis vor zwei Jahren damit beschäftigt. In der Schau sind denn auch Werke wie «Universum» und «Offenes Organ» von 2012 und 2013 zu sehen.

Die Vernissage war der Startschuss in das Veranstaltungsprogramm der nächsten Monate. Am 5. September ist das Rehmann-Museum Teil der Laufenburger Kulturnacht, am 19. September steht ein klassisches Konzert an. Ein Rundgang mit den Keramik-Künstlern wird am 11. Oktober, ein Expertengespräch am 15. November angeboten.

«bien cuit» im Rehmann-Museum: Bis 20. Dezember, mittwochs und samstags, 14 bis 17 Uhr (www.rehmann-museum.ch).