In gewohnter Qualität und mit bekannter Würze zeigten die Mimen die Eigenproduktion «Müll er s Tren nun g» im stimmungsvoll alten Gemäuer mit knarzenden Holztreppen und rüttelndem Mahlwerk, fast auf Tuchfühlung mit den Darstellerinnen und Darstellern auf der kleinen, ächzenden Mahlbühne. Einmalig die gesamte Atmosphäre.

Geschrieben hat das Stück Vereinsmitglied Meinrad Bärtschi, der auch Regie führt. «Das Thema ist nicht nur in der Schweiz hochaktuell» sagte Bärtschi dazu, der auch beruflich im Metier tätig ist. Und weiter: «Viel zu viel Wohlstandsmüll fällt täglich an, die Probleme damit werden immer grösser. Darauf mit Humor aufmerksam zu machen, war unser Anliegen.» Aber nicht nur darum geht es, sondern die «Trennung» erfährt hier viele Varianten.

Es trennen sich Menschen, erkenntnisreich erfolgen Trennungen von festgefahrenen Prinzipien, von unsinnigen Belastungen oder völlig überflüssigen Sorgen. Dazwischen gab es hochinteressante Sachinformationen wie zum Beispiel, dass noch einwandfreie Lebensmittel, die allein in Europa im Abfall landen, zweimal ausreichen würden, um den Hunger aus dieser Welt zu verbannen. Den Darstellerinnen und Darstellern gelang es von Anfang an durch ihre mitreissenden Spielfreude das Publikum zu begeistern, zu amüsieren. Sie schmetterten ihre hintergründigen Lieder, allein oder gemeinsam, ergänzten musikalisch mit Löffeln und anderen fantasievollen Eigenkonstruktionen die hauseigene Band. Dabei dampfte der ehemalige Getreideauffangbehälter, im Ofen flackerte ein imitiertes Höllenfeuer, Müllsäcke kamen von allen Seiten angeflogen.

Das Stück

Firmenchef Schrottlieb Ochsner (Herbert Merki) begrüsste die Besucher in seinem «Gösel-Kompetänzzentrom för Spezialufträg», wo derzeit der Hauskehricht von 33 Schweizer Gemeinden unter die Lupe genommen wird. An diesem Wettbewerb beteiligt sich natürlich auch die Gemeinde Gansingen. Mit vollem Einsatz dabei sind auch seine Mitarbeiterinnen, die resolute Felicitas Grüngut (Heidi Schraner), die kecke Russin Kaputschka (Judith Erdin), Praktikantin Recyclizia (Johanna Erdin) und die humorvoll schräge Saleté (Barbara Jezler). Lustvoll wühlen sie im Müll, singen dabei «Affengeil», verkünden die Richtlinien zur Teilnahme an ihrem Wettbewerb, präsentieren den schrulligen Gewinner Maximillian Müller (Meinrad Bärtschi). Der darf als Preis mitwühlen im Gösel. Nicht ganz in seinem Sinn, denn von der holden Weiblichkeit werden ihm nicht freiwillig kurzer Hand die Hosen runtergezogen, schliesslich muss er ja nun Firmenkleidung tragen.

Eine weitere Peinlichkeit für ihn: in seinem eigenen Müll tauchen sehr zur Belustigung der Damen brisante persönliche Intimitäten auf. Eindrucksvoll, was sonst noch so alles im Müll gefunden wird. Ein Hund, der gestohlene Uhren im Innenleben hat, gefahndet wird weiter im Auftrag der schönen, sangesfreudigen Polizistin Paulette (Agnes Erdin) nach geklauten 1,2 Millionen Franken. Ihren dienstlichen Abstecher in die Entsorgungsfirma nutzt sie ganz flink, um zarte Bande mit Chef Schrottlieb anzuknüpfen.

Was könnte man nicht alles mit soviel Kohle anfangen, überlegen sehnsuchtsvoll die Müllfrauen und auch Maximillian ist nicht frei von schwachen Momenten. Das freut ganz besonders die beiden Verführungsteufelchen Julia Basler und Mirjam Erdin.

Wird schlussendlich wirklich das schnöde Geld im Müll gefunden? Wenn ja, werden alle den Anfechtungen widerstehen können?

Um das zu erfahren, lohnt allemal ein Besuch der insgesamt 22 Vorstellungen, die bis zum 28.September gezeigt werden. Allerdings sind bereits 85 Prozent der Karten dafür verkauft.

Aufführungen im Mühli Theater Gansingen, Beginn jeweils 20 Uhr 15: Samstag, 01.Juni,

Samstag, 08.Juni; Samstag, 15.Juni; Samstag, 22.Juni; Freitag, 28.Juni; Samstag, 29.Juni; Freitag, 05.Juli; Samstag, 06.Juli; Donnerstag, 15.August; Freitag, 16.August; Samstag, 17.August; Freitag, 23.August; Samstag, 24.August; Freitag, 30.August; Samstag, 31.August; Samstag, 07.September; Freitag, 13.September; Samstag, 14.September,; reitag, 20.September; Samstag, 21,September; Freitag, 27.September; Samstag, 28.September