Frick
Grüsse vom Niesen und aus Schanghai an die Aargauer Zeitung

Wer nimmt sich im Urlaub noch die Zeit, eine Ansichtskarte mit Briefmarke zu kaufen, sich irgendwo hinzusetzen und in echter Handarbeit ein paar freundliche Worte zu schreiben? Die Antwort: die Leserinnen und Leser der Aargauer Zeitung.

Werner Hostettler
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Werner Hostettler präsentiert die Postkarten mit Grüssen aus aller Welt. mf

Werner Hostettler präsentiert die Postkarten mit Grüssen aus aller Welt. mf

Solch sympathische und die Verbundenheit mit der Zeitung dokumentierende Grüsse fanden auch dieses Jahr aus allen Himmelsrichtungen kommend den Weg nach Frick: so etwa von Las Vegas bis zum Vatikan, von Schanghai bis Schaffhausen, von Abano Terme bis Ahrenshoop, von Japan bis Yvorne, vom Toggenburg bis Tenerife oder etwa auch von Davos bis Dubai. Aus dem bunten und vielfältigen Ansichtskartenkuchen hier eine Handvoll Rosinen.

Gruss aus dem Gefängnis

Ihren Kartengruss aus Schanghai ergänzte Studentin Manuela mit dem Hinweis: «Ich geniesse gerade mein aus Nudeln und Reis bestehendes Frühstück.» Einen anderen «Zmorge-Gruss» sandte das frisch verheiratete Ehepaar Simone und Joel, und zwar vom auf 2362 Meter liegenden Berghaus Niesenkulm, wo die Beiden übernachteten und sowohl «den aufregenden Sonnenunter- als auch -aufgang» genossen.

Aus der Ostsee-Region trafen gleich drei Karten von zwei Fricktaler Familien und einem Ehepaar ein, zwei von den gerade mal drei und zehn Meter über dem Meeresspiegel liegenden Ostseebädern Ahrenshoop und Rerik sowie eine von der «supersonnigen» Insel Rügen.

Andere dagegen zog es n Richtung USA und Südamerika. Beispielsweise Tangotänzerin Marisa, die vom pulsierenden Buenos Aires schwärmte: «Ich komme hier immer wieder neu ins Staunen.» Dies tat auch das Ehepaar Elisabeth und Roger, das in der Hafenstadt Recife im Nordosten Brasiliens das ehemalige Gefängnis besuchte, dessen 150 Zellen in die «Casa da Cultura» umgewandelt wurden. Sonja dagegen sandte sowohl eine Grussbotschaft aus «der verrücktesten Stadt Amerikas», Las Vegas, als auch von der Insel Manhattan. Aus einer anderen, laut Kartenschreiber «tollen Stadt», fanden zwei Grüsse den Weg ins Fricktal, aus San Francisco, dort kamen einerseits das Ehepaar Tina und Bruno und auf der anderen Seite Weltenbummler Marc kaum mehr aus dem Staunen heraus.

Dubai, Vatikan, Toggenburg

Was auch für Daisy und Jörg gilt, schalteten die Beiden doch auf ihrer Flugreise nach Südostasien einen Zwischenhalt in Dubai ein. Bergwanderer Wisi dagegen zog es ins Toggenburg, von wo er eine Karte mit einer prächtigen und vor den Churfirsten posierenden Milchkuh sandte. Auch Susanne und Marco waren «in der superschönen Schweiz» unterwegs, so unter anderem mit dem Fahrrad am Rheinfall. Das Ehepaar Marianne und Rolf dagegen war auf Entdeckungstour in Wien und schrieb zum Schloss Schönbrunn: «Ist schön, wäre uns aber etwas zu gross zum Wohnen...»

Eine Teilnehmerin der Fricker Männerchorreise sandte eine Botschaft mit einem grüssenden Papst auf der Briefmarke. Ebenfalls eine in der Città del Vaticano fein säuberlich gestempelte Karte kam von Pia und ihrer Tochter Martina: «Wir geniessen die Wärme, das Essen und die Sehenswürdigkeiten und haben schon einige Kilometer hinter uns gebracht.»

Marlies machte es kurz und bündig, schrieb sie doch auf Mallorca auf ihre Karte: «Wir haben grossen Durst und Hunger. Das Meer ist super und sauber.» Noch eiliger hatte es offensichtlich Herbert, schrieb er doch nebst der – immerhin vollständigen – Adresse nur gerade «Keine Zeit, Gruss» auf die im französischen Genferseegebiet eingeworfene Karte.