Bezirk Rheinfelden
Grüne Grossrätin Patricia Schreiber tritt zurück – und nennt zwei Highlights

Patricia Schreiber beendet nach 15 Jahren das Kapitel Aargauer Parlament. Die ehemalige Grossratspräsidentin aus Wegenstetten. Ihren Platz wird ab September Andreas Fischer Bargetzi aus Möhlin einnehmen.

Marc Fischer
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Patrizia Schreiber-Rebmann setzt die Prioritäten künftig auf Familie und Berufsleben und tritt deshalb aus dem Grossen Rat zurück.

Patrizia Schreiber-Rebmann setzt die Prioritäten künftig auf Familie und Berufsleben und tritt deshalb aus dem Grossen Rat zurück.

Alex Spichale (Archiv)

«15 Jahre sind eine lange Zeit, ich bin der Meinung, dass es jetzt an der Zeit ist, um neuen Kräften Platz zu machen.» Dies ist einer der Gründe, den die grüne Grossrätin Patricia Schreiber-Rebmann aus Wegenstetten für ihren Rücktritt aus dem Grossen Rat, den sie am 26. August einreichen wird, anführt.

Doch es gibt noch andere. Die Familie mit den zwei Kindern beispielsweise. Und der Wunsch, noch einmal beruflich Fuss zu fassen. «Ich bin jetzt fast 45 Jahre alt und möchte noch einmal ins Berufsleben einsteigen», so Patricia Schreiber auf Anfrage der az, «ich denke, das ist jetzt der richtige Zeitpunkt.»

Genaue Pläne hat sie allerdings noch nicht. «Ich komme aus der kaufmännischen Branche, habe aber diverse Weiterbildungen gemacht, unter anderem als Natur- und Umweltfachfrau. Ich bin also vielseitig», so Schreiber.

15 Amtsjahre

1999 wurde Patricia Schreiber aus Wegenstetten in den Grossen Rat des Kantons Aargau gewählt. Im Amtsjahr 2010/11 hatte sie als erste und bisher einzige grüne Politikerin das Amt der Grossratspräsidentin inne. Am 26. August wird Patricia Schreiber nun das letzte Mal an einer Sitzung des Kantonsparlaments teilnehmen. Sie reicht nach 15 Amtsjahren ihren Rücktritt ein. (mf)

Auf die Highlights aus ihrer Politkarriere angesprochen, nennt die scheidende Grossrätin zwei. Aus parteipolitischer Sicht die Wahl und Wiederwahl von Regierungsrätin Susanne Hochuli. Und aus persönlicher Sicht das Amt der Grossratspräsidentin, das sie im Amtsjahr 2010/11 innehatte.

Als bisher letzte Fricktalerin und als erste und einzige Grüne überhaupt. «Es dürfte wohl auch noch eine Weile gehen, bis wieder ein Parteikollege oder eine Parteikollegin von mir das Grossratspräsidium innehat», so Schreiber. «Es laufen Bestrebungen, die dieses Amt für Mitglieder von kleinen Parteien praktisch verunmöglichen.»

Alle Regionen kennen gelernt

Patricia Schreiber schwärmt von ihrem Amtsjahr als Präsidentin des Grossen Rates. Als Politikerin, die im Bezirk Rheinfelden wohnhaft ist, sei sie auch in Richtung Basel ausgerichtet. «Doch in diesem Jahr habe ich den Aargau mit all seinen Regionen und Facetten kennen gelernt und durfte viele schöne, kulturelle Anlässe in allen Bezirken miterleben.» Eines blieb ihr in ihrem Amtsjahr aber verwehrt. «Leider kam es nie zu einem Stichentscheid. Ich hätte gerne einmal einen gefällt.»

Akten bereits entsorgt

Ebenfalls verwehrt blieb der Wegenstetterin der Einzug in den Nationalrat. «Früher wäre ich schon sehr gerne nach Bern gegangen», gibt Schreiber, die 2011 auf dem zweiten Listenplatz der Aargauer Grünen für den Nationalrat kandidiert hatte, zu. «Aber mittlerweile haben sich meine Prioritäten verschoben.»

Nach ihrem Rücktritt bleibe sie zwar weiterhin politisch interessiert, so Schreiber, «aber einen kantonalen oder nationalen Wahlkampf werde ich sicher nicht mehr bestreiten.» Auch das habe sie gemerkt: «In 15 Jahren wiederholt sich vieles, vor allem die Wahlkämpfe alle zwei Jahre.»

Deshalb freue sie sich jetzt auch darauf, für Neues in ihrem Leben Platz zu schaffen, so die ehemalige Grossratspräsidentin. Nicht nur im Kalender, sondern auch physisch bei sich zu Hause. «Gewisse Akten aus meiner Amtszeit habe ich bereits entsorgt.»

Andreas Fischer Bargetzi rückt nach

Auch die Nachfolge von Patricia Schreiber ist bereits geregelt. Der 37-jährige Andreas Fischer Bargetzi aus Möhlin wird nachrücken und den grünen Sitz aus dem Bezirk Rheinfelden übernehmen. Fischer Bargetzi wird an der ersten Grossratssitzung im September vereidigt. Er hatte bei den Grossratswahlen 2011 auf der Liste der Grünen im Bezirk Rheinfelden den dritten Platz belegt.

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