Bis Ende 2017 hatte die kantonale Standortförderung Aargau Services die Leaderrolle bei der Arealentwicklung Sisslerfeld inne. Nachdem der Grosse Rat allerdings im vergangenen Jahr den Kredit für die Weiterführung des Programms Hightech Aargau um zwei Millionen Franken mehr kürzte als vom Regierungsrat beantragt, wurde der Bereich Arealentwicklung auf Ende 2017 eingestellt.

Es drängte sich deshalb eine Neuverteilung der Aufgaben auf, wie das Sisslerfeld, die grösste zusammenhängende Landreserve, künftig entwickelt und vermarktet werden soll. Ziel ist es, auf dem Industrie-Filetstück Firmen aus der Life-Science Branche anzusiedeln. In drei Workshops haben Eigentümer, Gemeinde- und Regionsvertreter den Rahmen für die künftige Organisation der Arealentwicklung im Sisslerfeld abgesteckt.

DSM und Sisseln koordinieren

«Die Grundeigentümer haben sich für ein vereinfachtes Arealmanagement entschieden», sagt Judith Arpagaus, Geschäftsstellenleiterin des Planungsverbands Fricktal Regio. Die Führung liege neu bei den Grundeigentümern in Zusammenarbeit mit den Standortgemeinden. Neu gibt es einen Eigentümer- und einen Gemeindekoordinator. Die beiden Funktionen werden durch die DSM und die Gemeinde Sisseln wahrgenommen. Der Aufwand sei überschaubar, sagt der Sissler Gemeindeammann Rainer Schaub. «Es wurde bis jetzt gute Grundlagenarbeit gemacht.» Deshalb sei es nun auch möglich, die Entwicklung der einzelnen Teilgebiete ohne externen Entwickler anzugehen. Dieses Vorgehen spare zudem Geld.

Fricktal Regio selber wird die Arealentwicklung Sisslerfeld künftig «administrativ und in der Koordination» unterstützen, wie Arpagaus sagt. Auch der Kanton ist künftig nicht ganz aussen vor. «Aargau Services betreibt weiterhin Standortmarketing fürs Sisslerfeld und begleitet allfällige Ansiedlungen», so Arpagaus. Die Website www.lifesciences-campus.com werde zudem weiterhin durch Aargau Services betreut.

Die Arealentwicklung ist in drei Lose aufgeteilt: Los Nord Etappen 1 und 2 und Los Süd-Ost. «Diese Lösung ermöglicht ein effizientes Vorgehen, das dem unterschiedlichen Entwicklungs- und Erschliessungsstand der drei Lose Rechnung trägt», sagt Judith Arpagaus. Im Los Süd-Ost muss gemäss Arpagaus ein Erschliessungskonzept erarbeitet werden. Das Terrain im Los Nord Etappe 2 wird bis zirka 2023 aufgeschüttet und ist derzeit nicht Teil von Entwicklungsaktivitäten. Das Los Nord Etappe 1 ist dagegen bereits baureif und wird vermarktet.

Gespräche mit Interessenten

Eine teure Vermarktungsstrategie sei allerdings nicht nötig, ist Rainer Schaub überzeugt. «Es handelt sich beim Sisslerfeld um eine bekannte Fläche. Die Firmen kennen das Potenzial.» Auch Judith Arpagaus sagt, das Sisslerfeld ziehe immer wieder Interesse auf sich. Die grosse Herausforderung sei es, die passende Nutzung zu finden. Und so werden mit möglichen Käufern immer wieder Gespräche geführt. Auch aktuell gebe es Interessenten, mit denen man im Dialog stehe, führte Rainer Schaub aus.