Gemeindeverband
Grundbuchamt: Kommt Frick zum Handkuss?

Das Stimmvolk von Laufenburg hat die Sanierung und den Umbau des alten Grundbuchamtes genehmigt. Trotz Absichtserklärung für Laufenburg prüft der Gemeindeverband aber auch einen anderen Standort.

Susanne Hörth
Merken
Drucken
Teilen
Der Gemeindeverband des Bezirks Laufenburg hat im Vorfeld der Abstimmung für den 5-Millionen-Umbaukredit für das alte Grundbuchamt in Laufenburg eine Mietabsichtserklärung abgegeben.(Archiv)

Der Gemeindeverband des Bezirks Laufenburg hat im Vorfeld der Abstimmung für den 5-Millionen-Umbaukredit für das alte Grundbuchamt in Laufenburg eine Mietabsichtserklärung abgegeben.(Archiv)

SH

Fünf Millionen Franken hat das Laufenburger Stimmvolk für den Umbau und die Sanierung des alten Grundbuchamtes gesprochen. Der im März an der Urne gefällte Entscheid wird baulich nur umgesetzt, wenn der Gemeindeverband des Bezirks Laufenburg seine bereits früher gemachte Miet-Absichtserklärung für den Zeitraum von zehn Jahren vertraglich bestätigt.

Diese Bestätigung liegt aber nach wie vor nicht vor. Dies, obwohl der Gemeindeverband mehrmals auf die Dringlichkeit der Zentralisierung seiner zurzeit auf verschiedene Standorte in Laufenburg verteilten Sozialdienste aufmerksam gemacht hatte. Vielmehr hat der Verband zwischenzeitlich in Frick eine Gegenofferte eingeholt. Als Variante zu Laufenburg käme in Frick laut verlässlichen Quellen das ehemalige Swissgrid-Gebäude infrage.

Enttäuschung und Verständnis

Der Laufenburger Stadtammann Herbert Weiss zeigt sich über diese Vorgehensweise enttäuscht, bringt aber gleichwohl etwas Verständnis auf.

In Laufenburg wurde während der langen und intensiven Planung um das alte Grundbuchamt zuerst von einem Mietpreis von 190 Franken pro Quadratmeter gesprochen. Erst später zeigte sich bei den Kosten-Nutzen-Berechnungen, dass dieser Preis zu tief angesetzt worden war.

Laut einer früheren gemeinderätlichen Aussage geht man von einem Quadratmeterpreis von 220 Franken aus. «220 Franken werden es sicher nicht sein. Wir werden je nach Zins deutlich darunter liegen», erklärt Weiss. «Wir haben nach Vorgaben und Wünschen des Gemeindeverbandes geplant. Wir haben uns auch sehr dafür eingesetzt, dass der Verband hierbleiben kann», betont er und macht auch deutlich, dass für diese Planungen viel Geld investiert wurde.

Zu den laufenden Verhandlungen wollte sich Christian Baumann, Präsident des Gemeindeverbandes, gegenüber der az nicht äussern. Bestätigte aber, dass am kommenden Donnerstag, 25. Juni, eine gemeinsame Sitzung mit den Gemeindeammännern des Bezirks Laufenburg zum künftigen Standort des Verbandes stattfinden wird. Eingeladen hat der Gemeindeverband.

«Natürlich hoffe ich, dass an dieser Versammlung definitiv entschieden wird», so Herbert Weiss. Er ist sehr zuversichtlich, dass der Entscheid zugunsten von Laufenburg fällt. Nicht nur der vorangehenden Planungen und Gespräche wegen, sondern auch deshalb, weil mit dem Sitz in der Altstadt die wichtige Nähe zum Familiengericht gesichert ist. Den Vorteil der kurzen Wege hebt auch Peter Weber, Gemeindepräsident von Mettauertal und ehemaliges Vorstandsmitglied des Gemeindeverbandes, hervor. «Es ist das einzig Richtige, wenn der Verband in Laufenburg bleibt», so Weber. Er wird sich deshalb am kommenden Donnerstag für den Verbleib in Laufenburg mit neuem Domizil für das alte Grundbuchamt einsetzen. Entscheiden werden aber nicht die Gemeindeammänner, sondern der Vorstand des Gemeindeverbandes.