Beim Bau des Kraftwerks Rheinfelden wurde der Eisensteg bei der Rheinlust abgebrochen. Der neue Fussgängerübergang soll weiter rheinabwärts, auf Höhe des Flossländeweges, realisiert werden. Dagegen wehrt sich die Grünliberale Partei.

«Wir wollen den neuen Steg am alten Ort. Das ist historisch bedingt, dort war dieser Flussübergang von Anfang an. Es lohnt sich ja wirklich nicht, einen neuen Steg zu bauen in Sichtweite der Rheinbrücke. Aber genau das wäre der Fall, käme der Steg zwischen Flossländeweg am Schweizer Ufer und dem Pumpwerk der Industrie auf deutscher Seite zu stehen. Das würde eine Verkürzung des hüben wie drüben beliebten Rundweges um schätzungsweise 500 bis 700 Meter bedeuten», schilderte GLP-Grossrat Roland Agustoni der az.

«Es ist unverständlich, dass von deutscher Seite verlautet, der Stegneubau am bisherigen Ort käme nicht infrage. Die beiden Städte müssen miteinander verhandeln und sie müssen nochmals über die Bücher», betonte er.

Es gibt einen Projektwettbewerb

Für den Neubau des Fussgängerstegs in Rheinfelden wird ein Projektwettbewerb durchgeführt. Der in Rheinfelden für das Bauwesen zuständige Stadtrat Hans Gloor hielt auf Anfrage fest: «Die Wettbewerbsteilnehmer wählen den Standort des Brückenkopfs auf deutscher Seite innerhalb eines vorgegebenen Perimeters in der Nähe des Pumpwerks der Evonik. Auf Schweizer Seite ist der Brückenkopf beim Flossländeweg vorgesehen. Die veranschlagten Kosten von 6 Millionen Euro sind integrierender Bestandteil des Wettbewerbauftrags und sind deshalb unabhängig vom Standort einzuhalten. Im März 2015 liegt das Ergebnis des Wettbewerbes vor. Danach müssen ein Bauprojekt und der definitive Kostenvoranschlag ausgearbeitet werden, sodass eine Auflage des Baugesuchs frühestens Anfang 2016 erfolgen wird.»

Die Kraftwerkbetreiberin sagt zu den Plänen für einen neuen Steg: «Energiedienst hat im Rahmen des Neubaus des Wasserkraftwerks einen allgemein zugänglichen Übergang über den Rhein am neuen Kraftwerk geschaffen. Dieser ist ganzjährig und rund um die Uhr für Fussgänger und Velofahrer nutzbar. Wir haben auch in die Anbindung viel Mühe verwendet und damit auch die Auflagen der Konzession erfüllt», so Alexander Lennemann, Sprecher von Energiedienst.

Energiedienst mischt sich nicht ein

«Ob ein weiterer Übergang über den Rhein notwendig ist, müssen aus unserer Sicht die beiden Gemeinden entscheiden. Energiedienst wird sich in diese Diskussion nicht einmischen und sie neutral verfolgen. Wir haben die Gemeinden bei den bisherigen Planungen und Ideen mit Rat und Tat unterstützt. Die Finanzierung eines weiteren Übergangs ist aus unserer Sicht Aufgabe der Gemeinden, wofür es wohl mehrere Fördertöpfe gibt. Vermutlich wird sich ein neuer Steg an der Stelle des alten Stegs nicht realisieren lassen. Denn ein Grund für den Rückbau war, dass sich an dieser Stelle am deutschen Ufer der Einstieg des naturnahen Fischaufstiegs- und Laichgewässers befindet», erwähnte Alexander Lennemann. «Der alte Steg hätte nach Aussage der Umwelt- und Naturschutzverbände die Funktionsweise des Umgehungsgewässers behindert und die Tiere in ihrem Lebensraum gestört. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass die Naturschutzverbände ihre Meinung diesbezüglich geändert haben.»