Fricktal
Grossrat Roland Agustoni: «Fricktal darf nicht zu einer Randregion werden»

Grossrat Roland Agustoni befürchtet, dass das Fricktal im Agglomerationsprogramm des Kantons an den Rand gedrängt wird. Er reichte eine Interpellation ein und will wissen, wie viel Geld bei Projekten ins Fricktal fliesst.

Sarah Serafini
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Roland Agustoni ist besorgt um die Zukunft des Fricktals. (Archiv)

Roland Agustoni ist besorgt um die Zukunft des Fricktals. (Archiv)

Emanuel Freudiger

Um den Verkehr und die Siedlungspolitik besser zu organisieren, schliessen sich die Gemeinden zu Regionen zusammen, die ihre Zukunft gemeinsam planen. Im Aargau gibt es drei grenzüberschreitende und ein eigenständiges Agglomerationsprogramm für den Verkehr und die Siedlungen. Das Fricktal gehört zum «Agglomerationsprogramm der Region Basel». Das Programm für den Zeitraum 2015 bis 2018 erhält vom Bund Subventionsgelder. Wie viel ist noch unklar. In einem ersten Entwurf sprach der Bundesrat von 67 Millionen Franken, die er dem Agglomerationsprogramm Basel zusichern will.

Befürchtung, vergessen zu gehen

Roland Agustoni (GLP), Mitglied des Grossen Rates im Kanton Aargau ist besorgt, dass die Region Fricktal im Agglomerationsprogramm zu kurz kommt. «Ich befürchte, dass das Fricktal zwischen Stuhl und Bank fallen könnte.» Darum will er nun vom Regierungsrat wissen, inwiefern das Fricktal im Agglomerationsprogramm überhaupt vorkommt.

In seiner Interpellation fragt er, wie viel von dem anerkannten Geld projektgebunden in den Kanton Aargau und wie viel davon ins Fricktal fliesst.

Die Zuständigkeit für das Agglomerationsprogramm liege in Basel, so Agustoni. «Was wird für unsere Region gemacht?», fragt er sich. Bisher habe er weder etwas gesehen, noch etwas gehört. Auch was den Ausbau der S-Bahn betreffe, suche man das Fricktal im S-Bahn-Programm des Kantons vergebens.

Dafür wolle der Regierungsrat aus diversen Organisationen im Raum Basel austreten, die für das Fricktal wichtig seien. Ein Beispiel dafür sei das grenzüberschreitende Trinationale Eurodistricts Basel (TEB), dessen Gremien unter anderem für raumplanerische Fragen im Fricktal zuständig sind. Agustoni sagt: «Den angekündigten Austritt ab 2017 aus dem TEB kann ich unter keinen Umständen akzeptieren. Dies wäre aus raumplanerischen, verkehrlichen und wirtschaftlichen Gründen absolut unverantwortlich.»

Mit seiner Interpellation erhofft er sich Antworten, auf die er allenfalls zu einem späteren Zeitpunkt mit konkreten politischen Vorstössen reagieren will. «Das Fricktal darf nicht einfach als Randregion im Kanton Aargau wahrgenommen und schon gar nicht so positioniert werden», sagt er.