Bauprojekt

Grossprojekt in Kaiseraugst: 300 neue Wohnungen geplant

Der erste Teil der Überbauung Römerpark ist mittlerweile fertiggestellt. Nun soll sie auf der freien Fläche erweitert werden.

Der erste Teil der Überbauung Römerpark ist mittlerweile fertiggestellt. Nun soll sie auf der freien Fläche erweitert werden.

Für das Grossprojekt in Kaiseraugst sind Teilrevisionen von Nutzungsplanung und Gestaltungsplan nötig.

Kaiseraugst wächst. Zur Jahrtausendwende zählte die Gemeinde noch 3865 Einwohner. Vor zehn Jahren waren es bereits 5181 Einwohner und Ende 2018 wohnten schon 5520 Menschen in Kaiseraugst. Die Prognosen des Kantons sagen ein weiteres deutliches Wachstum voraus. Für das Jahr 2040 rechnen sie für Kaiseraugst mit einer Einwohnerzahl von 7910 Personen. Die heutige Bau- und Nutzungsordnung (BNO) lasse ein solches Wachstum nicht zu, sagte Gemeindepräsidentin Françoise Moser am Freitag an einer Medienorientierung.

Die vom Kanton prognostizierte Zahl müsse auch nicht zwingend erreicht werden, so Moser weiter. Doch es bestehe ein gewisser Siedlungsdruck. «Die Menschen schätzen die Arbeitsplätze, die Anbindung an den öffentlichen Verkehr und die Naherholungsgebiete.»

Gespräche mit Investoren laufen

Seit einiger Zeit ist die Gemeinde deshalb dabei, ihre BNO zu überarbeiten. Nun wird eine Teilrevision vorgezogen. Rund 28 000 Quadratmeter Land – das Areal Wurmisweg-West an der Landstrasse beim DSM-Kreisel – soll von der Arbeitszone in die Wohnzone umgezont werden. Auf der derzeit noch unüberbauten Fläche soll die bestehende Überbauung Römerpark erweitert werden. Grundeigentümerin ist die Ernst Frey AG. Wie deren Geschäftsführer Michael Haug ausführte, sind rund 300 Wohnungen geplant – je rund die Hälfte Miet- und Eigentumswohnungen. «Hauptsächlich werden es 2½- und 3½-ZimmerWohnungen sein», so Haug. «Der genaue Wohnungsmix wird jedoch erst in der Detailplanung erarbeitet.» Dass für die neuen Wohnungen eine Nachfrage besteht, daran zweifelt keiner der Verantwortlichen. Gemeindeschreiber Roger Rehmann verwies darauf, dass Kaiseraugst in den letzten Jahren stets nur eine Leerwohnungsziffer von ein bis zwei Prozent aufgewiesen habe.

Kindergarten im Quartier

Architekt Jan Krarup, CEO und Partner beim Büro ffbk Architekten, sagte, die neue Überbauung solle das bestehende Gebäude-Cluster des «Römerparks» ergänzen. Ziel sei es, «ein Wohnquartier mit hoher Städtebau- und Wohnqualität und einer eigenen Identität» zu schaffen. Erschlossen wird die Überbauung mit Sackgassen. «Es wird also keinen Durchgangsverkehr geben», so Krarup. Parkplätze werden in Einstellhallen geschaffen.

Die Gemeinde ihrerseits plant, im neuen Quartier einen Kindergarten zu errichten. In unmittelbarer Nähe soll ein grosser öffentlicher Spielplatz entstehen und: «Auch der Römerpark wird sich verändern und soll zu einem belebten Begegnungsort werden», so Françoise Moser. Ansonsten bedinge die neue Überbauung keine Anpassungen an der Infrastruktur, so Moser. Der Schulraum sei ausreichend und auch der Mehrverkehr habe auf der Landstrasse Platz. Jan Krarup fügte bei diesem Punkt an, dass sich die Pendlerzahl allenfalls gar verringere, wenn mehr Menschen in unmittelbarer Nähe zu ihrem Arbeitsplatz wohnen können.

Gebaut werden soll in drei Etappen. Den Bau der Eigentumswohnungen will die Ernst Frey AG «in einem Konsortium abwickeln». Für den Bau der Mietwohnungen laufen laut Haug Gespräche mit Investoren. Insgesamt beläuft sich das Investitionsvolumen wohl auf knapp 100 Millionen Franken. Michael Haug hofft darauf, die erste Bauetappe – die Häuser entlang der Landstrasse – Anfang oder Mitte 2020 in Angriff nehmen zu können.

Bis dahin müssten dann sowohl die Umzonung als auch die Teilrevision des Gestaltungsplans (vgl. Box) genehmigt sein. Erstere braucht die Zustimmung des Souveräns, Letztere kann nach einer öffentlichen Auflage vom Gemeinderat genehmigt werden. «Wir sind der Meinung, dass es sich um ein sinnvolles Projekt mit einer sympathischen Umsetzung handelt», so Françoise Moser. Nun warte man gespannt auf die Reaktionen der Bevölkerung.

Öffentliche Fragestunden zu den Teilrevisionen der Nutzungsplanung und des Gestaltungsplans: Mittwoch, 23. Januar, und Dienstag, 29. Januar, von 17 bis 19 Uhr im Gemeinderatszimmer.

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Autor

Marc Fischer

Marc Fischer

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